Die US-amerikanische Kryptobörse Coinbase hat heute die Entlassung von rund 700 Mitarbeitern bekannt gegeben – das entspricht etwa 14 % der Belegschaft. Der Schritt ist Teil einer strategischen Neuausrichtung, die das Unternehmen als KI-getriebenen Marktführer positionieren soll.
In einer internen Mitteilung an die Belegschaft erklärte CEO Brian Armstrong, dass die Entscheidung auf zwei Hauptfaktoren beruhe: Zum einen herrsche weiterhin eine hohe Volatilität im Kryptomarkt, was eine Anpassung der Kostenstruktur erfordere. Zum anderen setze das Unternehmen zunehmend auf künstliche Intelligenz, um Prozesse effizienter zu gestalten.
KI als zentraler Baustein der Unternehmensstrategie
Armstrong betonte in seinem Schreiben, dass KI bereits heute erhebliche Produktivitätssteigerungen ermögliche. So könnten Entwickler mit KI-Unterstützung Aufgaben, für die früher Wochen benötigt wurden, nun in wenigen Tagen abschließen. Die größte Gefahr für das Unternehmen sei es, nicht zu handeln – daher setze Coinbase auf eine „schlanke, schnelle und KI-native“ Neuausrichtung.
Ein zentrales Element dieser Strategie sind die sogenannten „AI-native Pods“. Dabei handelt es sich um Teams, die künftig nicht nur aus menschlichen Mitarbeitern, sondern auch aus KI-Agenten bestehen sollen. Diese Teams sollen sich auf Talente konzentrieren, die in der Lage sind, KI-Systeme zu steuern und so einen überdurchschnittlichen Mehrwert zu schaffen. Armstrong sieht in KI einen „tiefgreifenden Wandel“, der die Arbeitsweise von Unternehmen grundlegend verändern werde.
Marktreaktion: Coinbase-Aktie fällt nach Ankündigung
Die Bekanntgabe der Entlassungen löste eine negative Reaktion an den Märkten aus. Die Aktie von Coinbase (ISIN: US19260Q1076) gab nach der Ankündigung deutlich nach. Entlassungen werden zwar oft als Maßnahme zur Kostensenkung interpretiert, doch in diesem Fall überwiegt offenbar die Skepsis der Anleger gegenüber den langfristigen Auswirkungen der KI-Strategie.
Trend in der Tech-Branche: KI als Jobkiller?
Coinbase ist nicht das erste Unternehmen, das Entlassungen mit dem Einsatz von KI begründet. Bereits im Februar kündigte Block-CEO Jack Dorsey an, 40 % der Belegschaft – rund 4.000 Stellen – aufgrund von KI-Tools abzubauen. Experten gehen davon aus, dass dieser Trend sich in der Tech-Branche fortsetzen wird, sofern sich die KI-Entwicklung nicht verlangsamt oder eine mögliche „KI-Blase“ platzt.
„Wir müssen frühzeitig und gezielt handeln, um Coinbase wieder in den Zustand eines schnellen Startups zu versetzen – mit KI im Kern.“
Brian Armstrong, CEO von Coinbase