Ein puerto-ricanischer Mann hat Coinbase verklagt, nachdem die Kryptobörse ihm die Freigabe von gestohlenen Krypto-Assets verweigerte. Der Vorfall steht im Zusammenhang mit einem Hack, bei dem im August 2024 rund 55 Millionen US-Dollar in der Kryptowährung DAI entwendet wurden.
Die Klage wurde am Montag bei einem kalifornischen Gericht eingereicht. Der Kläger, in der Anklageschrift nur als „D.B.“ bezeichnet, verlor seine Krypto-Assets, nachdem er auf einen betrügerischen Link klickte, der das DeFi-Tool „DefiSaver“ nachahmte. Unwissentlich erteilte er dadurch eine Smart-Contract-Berechtigung, die den Hackern Zugriff auf seine Wallets verschaffte. Anschließend wurden seine DAI-Stablecoins gestohlen und über Dienste wie Tornado Cash gewaschen, bevor sie schließlich auf Coinbase landeten.
Coinbase fror die Mittel in einem Kundenkonto ein, nachdem der Klägervertreter Zero Shadow und Five Stones die Herkunft der Gelder nachverfolgten und die Einfrierung beantragten. Die Börse weigerte sich jedoch, die Assets freizugeben, solange kein gerichtlicher Beschluss vorlag. Die Klage argumentiert, dass Coinbase zwar zunächst angemessen handelte, die Verweigerung der Rückgabe jedoch unrechtmäßig wurde, nachdem der Kläger den Eigentumsnachweis erbrachte.
Hintergrund: 55-Millionen-Dollar-Hack mit DAI
Obwohl Name, genaue Summe und weitere Details in der Klage geschwärzt sind, deuten die Ereignisse auf den bekannten 55-Millionen-Dollar-DAI-Hack vom 20. und 21. August 2024 hin. Laut Scam Sniffer verlor ein Opfer innerhalb von fünf Stunden 55,43 Millionen DAI durch eine Phishing-Transaktion, die das DeFi Saver Proxy manipulierte.
Die gestohlenen DAI wurden anschließend in Ether umgewandelt. Laut Analysten handelte der Geschädigte fahrlässig, indem er die betrügerische Transaktion unterzeichnete. Er versuchte zwar, die Transaktion rückgängig zu machen, doch die Hacker hatten bereits die Kontrolle über seine Mittel.
Klage gegen Coinbase: Fünf Vorwürfe, darunter ungerechtfertigte Bereicherung
Die Klage wirft Coinbase fünf Vorwürfe vor, darunter ungerechtfertigte Bereicherung, und fordert Schadensersatz für mögliche Gewinne, die die Börse durch die Einbehaltung der Mittel erzielte. Zudem verlangt der Kläger einen gerichtlichen Beschluss, der ihn als rechtmäßigen Eigentümer bestätigt, sowie die Anordnung zur Rückgabe der Assets und die Einrichtung eines Treuhandkontos.
Neben Coinbase wird auch ein unbekannter Hacker unter dem Pseudonym „John Doe“ verklagt. Gegen ihn werden sieben Vorwürfe erhoben, darunter Betrug, Diebstahl und Geldwäsche. Der Kläger behauptet, einen Verdächtigen identifiziert zu haben: den Ukrainer Oleksiy Oleksandrovych Goreliikhin, der angeblich eine zentrale Rolle bei der Geldwäsche spielte.
Coinbase wurde um Stellungnahme gebeten, hat sich bisher jedoch nicht geäußert. Sollte eine Antwort eingehen, wird der Artikel entsprechend aktualisiert.