Der Gouverneur von Colorado, Jared Polis, hat am Freitag angekündigt, die Haftstrafe der umstrittenen Wahlleugnerin und ehemaligen County Clerk von Mesa County, Tina Peters, um die Hälfte zu verkürzen. Damit wird sie bereits im nächsten Monat entlassen.
Hintergrund: Die Entscheidung folgt auf wiederholte Forderungen der Trump-Administration, Peters freizulassen. Präsident Trump hatte sie Ende letzten Jahres begnadigt – obwohl er für bundesstaatliche Fälle keine Zuständigkeit besitzt.
Wichtige Details:
- Peters verbüßte eine etwa neunjährige Haftstrafe wegen Manipulation von Wahl- und Aufzeichnungsgeräten der County nach der Präsidentschaftswahl 2020.
- Die vorzeitige Freilassung ist für den 1. Juni vorgesehen.
Reaktionen:
Polis’ Entscheidung stieß auf scharfe Kritik von hochrangigen Demokraten. Unter anderem der Attorney General von Colorado, Phil Weiser, und die Secretary of State, Jena Griswold, verurteilten die Maßnahme öffentlich.
„Die Begnadigung von Tina Peters durch Gouverneur Polis ist unbegreiflich und in grundlegender Hinsicht falsch“, erklärte Weiser. Er bezeichnete die Entscheidung als „Einknicken“ gegenüber Trump.
Griswold warnte: „Die heutigen Handlungen des Gouverneurs werden die Wahlleugnungsbewegung stärken und der amerikanischen Demokratie für Jahre einen dunklen, gefährlichen Stempel aufdrücken.“
Stellungnahmen:
Kurz nach der Bekanntgabe postete Trump auf Truth Social: „FREIHEIT FÜR TINA!“
Polis verteidigte seine Entscheidung in einer Stellungnahme: „Gnade kann Leben verändern … und sie erfordert sorgfältige Abwägung – manchmal sogar Kontroversen.“ Er betonte, dass die Entscheidung nach einer gründlichen Prüfung fiel.
Weitere Begnadigungen:
Insgesamt erhielten am Freitag 44 Personen eine Begnadigung. Davon wurden 35 begnadigt und neun Haftstrafen verkürzt, wie aus einer Mitteilung des Gouverneursbüros hervorgeht.