Seit dem 17. April hat die demokratische Abgeordnete Frederica Wilson aus Florida an keiner einzigen Abstimmung im Kongress teilgenommen. Ihre mehrwöchige Abwesenheit bleibt weiterhin ungeklärt, obwohl ihre Social-Media-Kanäle weiterhin aktiv bespielt werden. Kritiker werfen ihrer Kampagne vor, mit alten Fotos den Eindruck zu erwecken, Wilson sei weiterhin im Dienst.
Ein kürzlich geteiltes Bild auf X (ehemals Twitter), das von Capitol Hill-Korrespondent Jamie Dupree aufgegriffen wurde, zeigt Wilson bei einer Veranstaltung im Oktober 2023. Die Bildunterschrift suggerierte, die Abgeordnete sei weiterhin unterwegs und treffe auf Wähler. Tatsächlich hält sich Wilson jedoch seit Wochen bedeckt.
Wilson vertritt den 24. Kongresswahlbezirk Floridas, der Miami-Dade und Teile von Broward County umfasst. Seit 2013 hält sie dieses Mandat und kandidiert im November erneut für eine Wiederwahl. Laut dem Cook Political Report hat ihr Distrikt eine klare demokratische Mehrheit, was ihr eigentlich einen sicheren Sieg ermöglichen sollte. Doch innerhalb der Partei formiert sich Widerstand: Christine Sanon-Jules Olivo, eine lokale Unternehmerin mit Verbindungen zur NAACP, tritt in der demokratischen Vorwahl am 18. August gegen Wilson an.
Wilsons Fall ist nicht der einzige dieser Art: Erst vor wenigen Wochen sorgte der republikanische Abgeordnete Thomas Kean Jr. aus New Jersey für Schlagzeilen, nachdem er wochenlang unauffindbar war. Weder Journalisten noch Parteikollegen oder Wähler erhielten eine Stellungnahme. Erst ein Anruf von House Speaker Mike Johnson Ende April brachte Klarheit: Kean kämpfe mit einem privaten Gesundheitsproblem. Bis heute ist er nicht ins Amt zurückgekehrt.