Der Beginn der KI-Recheneinheiten-Knappheit
In einem kürzlich erschienenen Artikel analysierte ich, wie Startups vermehrt in KI-Recheneinheiten investieren – etwa durch Tokens für Tools wie Claude oder OpenAI – statt in menschliche Arbeitskräfte. Doch diese Strategie birgt Risiken, und erste Anzeichen zeigen: Die Subventionierung von KI-Diensten durch zu niedrige Preise ist nicht nachhaltig. Der AI Compute Crunch ist da – und seine Auswirkungen sind bereits spürbar.
Eingeschränkte Zugänge und höhere Preise
Mehrere Tech-Unternehmen reagieren auf die Knappheit mit drastischen Maßnahmen:
- GitHub hat die Anmeldungen für Copilot vorübergehend gestoppt und die Nutzung stark eingeschränkt. Zudem wurden teure KI-Modelle aus dem Angebot entfernt.
- Anthropic hat den Zugang zu Claude Code für Nutzer des 20-Dollar-Plans reduziert und testet eine vollständige Sperrung. Der 100-Dollar-Plan behält den Zugang bei.
- OpenAI räumte ein, nicht genug Rechenkapazität zu haben – was zur Einstellung von Sora führte.
Auch bei Software mit KI-Integration steigen die Preise: Analysten verzeichnen Anstiege zwischen 20 und 37 Prozent. Betroffen sind unter anderem Microsoft 365, Notion Business, Salesforce und Google Workspace.
Meta kürzt 10 Prozent der Belegschaft für KI-Investitionen
„Die Entlassungen ermöglichen es uns, in andere Investitionen zu fließen.“ – Meta gegenüber Mitarbeitern
Der Fokus liegt auf dem Ausbau der KI-Infrastruktur: Meta investiert massiv in Rechenzentren und die dazugehörige Technik. Die Kürzungen sollen diese Ausgaben decken.
Breite Auswirkungen auf die Wirtschaft
Die Knappheit bei KI-Recheneinheiten wirkt sich auf zahlreiche Branchen aus:
- Hardware-Preise explodieren: Eine 2-TB-SSD kostete im Vorjahr 159 Dollar, vor einem Monat 449 Dollar und heute 575 Dollar. RAM, Grafikkarten und Speicher sind vielerorts ausverkauft.
- Chipmangel trifft Elektronikhersteller: Apple berichtet von Schwierigkeiten, ausreichend Chips für neue iPhones zu sichern. Der weltweit größte Elektronikhersteller kämpft mit Lieferengpässen.
- Strom- und Wasserkosten steigen: In Regionen mit vielen KI-Rechenzentren haben sich die Strompreise vervielfacht. Einige Gemeinden versuchen, neue Datenzentren aktiv zu blockieren. Experten warnen vor ähnlichen Engpässen bei Wasserressourcen.
Das Ende der günstigen KI-Ära?
Die Ära der unterbewerteten KI-Dienste neigt sich dem Ende zu. Die Kosten für Recheneinheiten steigen, während die Preise für Endnutzer noch nicht angepasst wurden. Investoren und Startups müssen sich auf eine neue Realität einstellen: KI wird teurer – und das betrifft die gesamte Wirtschaft.