Die Ära von Bugatti bei Volkswagen ist vorbei. Nach 28 Jahren, in denen der Konzern die legendäre Luxusmarke wiederbelebt hat, verlässt Bugatti nun den VW-Konzern. Porsche, das seit 2021 die Verantwortung für Bugatti trug, gibt seine Anteile an ein Investorenkonsortium ab. Damit beginnt ein neues Kapitel für den französischen Sportwagenhersteller.
Von den Anfängen bis zur Renaissance
Bugatti wurde 1909 von Ettore Bugatti in der damals umstrittenen Region Elsass gegründet. Die Marke überstand zwei Weltkriege, doch 1963 verschwand sie zunächst vom Markt. Erst der Supercar-Boom der späten 1980er brachte Bugatti zurück – mit dem EB110. Dieser Wagen kombinierte eine Kohlefaser-Monocoque von Aérospatiale (heute Airbus) mit einem Formel-1-tauglichen V12-Motor (vier Turbolader) und Allradantrieb. Trotz seiner technischen Brillanz konnte sich der EB110 gegen den McLaren F1 und die wirtschaftliche Krise nicht durchsetzen und verschwand Mitte der 1990er vom Markt.
Die Rückkehr unter Volkswagen
1998 kehrte Bugatti zurück – als eines von mehreren Prestigeprojekten unter Ferdinand Piëch, damals Vorstandsvorsitzender des VW-Konzerns. Piëch wollte die technische Überlegenheit des Konzerns demonstrieren. Neben dem stromlinienförmigen Stadtauto XL1 entstand der Bugatti Veyron: ein handgefertigter Mittelmotor-Sportwagen mit 1.000 PS und so sanften Fahrmanieren, dass selbst die Großmutter damit zur Oper fahren könnte.
Meilensteine der Bugatti-Geschichte
- 1909: Gründung durch Ettore Bugatti im Elsass
- 1963: Erstes Ende der Marke nach zwei Weltkriegen
- 1989: Comeback mit dem EB110
- 1998: Übernahme durch Volkswagen unter Ferdinand Piëch
- 2005: Vorstellung des Bugatti Veyron mit 1.000 PS
- 2021: Porsche übernimmt die Führung von Bugatti
- 2024: Verkauf der Porsche-Anteile an ein Investorenkonsortium
Was kommt nach Porsche?
Mit dem Verkauf seiner Anteile an Bugatti beendet Porsche eine kurze, aber intensive Phase der Zusammenarbeit. Die Zukunft des französischen Sportwagenherstellers bleibt vorerst ungewiss. Das Investorenkonsortium, das die Anteile übernimmt, hat noch keine konkreten Pläne für die Marke bekannt gegeben. Fest steht jedoch: Bugatti bleibt ein Symbol für Luxus, Innovation und exklusive Sportwagen – unabhängig von den Besitzverhältnissen.