Der US-amerikanische Journalist Don Lemon hat am Sonntag die Erweiterung seines unabhängigen Medienunternehmens Lemon Media Network (LMN) bekannt gegeben. Das Netzwerk baut seine Newsroom- und Operations-Teams deutlich aus und verzeichnet mittlerweile über 10 Millionen Abonnenten auf Plattformen wie YouTube, Instagram, TikTok, Substack, Facebook, Twitch, Threads und Bluesky. Die Hälfte des Wachstums entfiel dabei auf das letzte Jahr.
„Vor zwei Jahren haben mir viele gesagt, unabhängige Medien seien ein Rückschritt. Zehn Millionen Follower später denke ich, wir haben darauf eine Antwort gefunden“, erklärte Lemon in einer Stellungnahme. „Während etablierte Medien falsche Ausgewogenheit, Empörung und endlose Streitigkeiten verfolgen, wenden sich die Zuschauer Stimmen zu, die authentisch, direkt und vertrauenswürdig wirken.“
Als neues Mitglied verstärkt Douglas Robins das Team als Director of Operations. Der ehemalige McKinsey-Mitarbeiter bringt Erfahrung aus der Politik mit, darunter eine Tätigkeit als Politikberater im Büro des Gouverneurs von Louisiana. Daniel Grimes, zuvor bei Spectrum News tätig, übernimmt ebenfalls eine neue Position im Unternehmen.
Lemon betont die Vorteile unabhängiger Berichterstattung: „Es gibt eine echte Freiheit in dem, was wir hier tun. Kein Konzernboss, keine Angst, den Job zu verlieren, weil man die Wahrheit sagt. Wir sind dem Publikum verpflichtet – nicht der Elite, den Oligarchen oder dem Oval Office. Das ist es, was Pressefreiheit eigentlich bedeuten sollte.“
Das Netzwerk verfüge zwar nicht über die Ressourcen großer Sender, aber über eine hohe Relevanz. „Sie sollten sich fragen, warum das so ist“, so Lemon weiter. Ab sofort bietet LMN zudem einen täglichen Newsletter auf Substack an: The Lemon Lucky 7. Jeden Morgen werden sieben Geschichten direkt von Lemon präsentiert.
Die Expansion erfolgt nur wenige Monate nach Lemos Festnahme im Zusammenhang mit der Berichterstattung über eine Protestveranstaltung in St. Paul. Ihm werden bundesweite zivilrechtliche Vorwürfe wie Verschwörung zur Verletzung von Bürgerrechten und Verstoß gegen den Freedom of Access to Clinic Entrances (FACE) Act vorgeworfen. Dieser verbietet die Behinderung des verfassungsmäßigen Rechts auf religiöse Freiheit.
„Das hier geht nicht nur um mich, sondern um alle Journalisten – besonders in den USA“, sagte Lemon damals gegenüber Reportern. „Seit über 30 Jahren arbeite ich als Journalist, und die Pressefreiheit war immer die Grundlage meiner Arbeit. Sie ist das Fundament unserer Demokratie.“ Er fügte hinzu: „Für sie ist das Verfahren die Strafe. Ich lasse mich nicht einschüchtern, ich weiche nicht zurück. Ich werde diese haltlosen Vorwürfe bekämpfen und mich nicht zum Schweigen bringen lassen.“