Musk unter Druck: Sieben fatale Fehler im OpenAI-Prozess
Elon Musk wirkte müde und gereizt, als er am Donnerstag zum dritten Mal in einer vierwöchigen Verhandlung als Zeuge aussagte. Im Zentrum steht seine Klage gegen OpenAI: Der Tech-Milliardär wirft dem Unternehmen vor, seine ursprüngliche Mission verraten zu haben und fordert, den geplanten Börsengang zu blockieren. Sollte Musk mit seiner Argumentation Erfolg haben, könnte Sam Altman als CEO abgelöst und OpenAI dauerhaft als Non-Profit-Organisation erhalten bleiben.
Doch statt seine Position zu stärken, lieferte Musk gleich sieben schwere Patzer ab, die seine Erfolgschancen deutlich schmälern könnten:
1. Ungewollte Zugeständnisse unter Druck
OpenAIs Anwälte zwangen Musk zu mehreren Zugeständnissen – gegen den ausdrücklichen Protest seiner eigenen Rechtsvertreter. Seine Aussagen wurden damit direkt gegen ihn verwendet.
2. xAI-Sicherheitsdaten werden öffentlich
Musk scheiterte mit dem Versuch, die Sicherheitsprotokolle seines eigenen KI-Unternehmens xAI aus der Verhandlung herauszuhalten. Dies untergrub seine Darstellung als „Retter der Menschheit“ im Bereich KI-Sicherheit.
3. Widersprüchliche Aussagen entlarvt
Dokumente belegten, dass Musks Aussagen nicht der Wahrheit entsprachen. Besonders peinlich: Er behauptete, nie die Beherrschung zu verlieren – nur um kurz darauf den gegnerischen Anwalt lautstark anzubrüllen.
4. „Jackasses“-Vorwurf zurück auf ihn
Als OpenAIs Anwälte ihn mit seiner eigenen Bezeichnung für das OpenAI-Sicherheitsteam konfrontierten („Jackasses“), konnte er keine überzeugende Erklärung liefern.
5. Unwissenheit bei „Safety Cards“
Musk gab zu, nicht zu wissen, was „Safety Cards“ sind – obwohl sein eigenes Unternehmen xAI solche Sicherheitsprotokolle einsetzt. Dies warf Fragen über seine Kompetenz auf.
6. Selbstwiderspruch bei Temperamentsausbrüchen
Seine Behauptung, nie die Kontrolle zu verlieren, wurde durch seinen eigenen Wutausbruch während der Verhandlung widerlegt.
7. Trump-Verbindungen drohen ihm zum Verhängnis zu werden
Seine Anwälte konnten nicht verhindern, dass seine Nähe zu Donald Trump in der Verhandlung thematisiert wurde. Der Richter ließ entsprechende Diskussionen zu, was Musks Glaubwürdigkeit weiter schwächen könnte.
Musk gegen Altman: Ein erbitterter Machtkampf
Seit Beginn des Prozesses hat Musk über sieben Stunden ausgesagt und OpenAI als „Narren“ dargestellt, die ihn „betrogen“ hätten. Er behauptet, das Unternehmen habe nach der Annahme von 38 Millionen Dollar Spenden seine ursprüngliche Non-Profit-Mission verraten. Stattdessen habe Altman geplant, aus der Organisation ein 800-Milliarden-Dollar-Unternehmen zu machen – nicht zum Wohl der Menschheit, sondern zum eigenen Profit.
„OpenAI hat mich hereingelegt. Ich wurde über meine wahren Absichten im Unklaren gelassen.“
— Elon Musk, während seiner Aussage
Fazit: Musks Strategie droht zu scheitern
Die sieben schweren Fehler während seiner Aussage könnten Musks Position im Prozess entscheidend schwächen. Sollte der Richter seine Argumente nicht überzeugen, könnte Altman im Amt bleiben – und OpenAI seinen Börsengang wie geplant durchführen. Die nächsten Verhandlungstage werden zeigen, ob Musk seine Taktik noch ändern kann.