Ein 19-jähriger Mann aus New York wurde von Bundesbeamten der Einwanderungsbehörde ICE mit vorgehaltener Waffe bedroht und körperlich misshandelt, bevor diese feststellten, dass sie den falschen Verdächtigen festgenommen hatten. Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch im Stadtteil Norwood im Norden der Bronx.
Jeury Concepcion, 19, berichtete dem Sender NBC New York, er sei Opfer einer brutalen, falschen Festnahme geworden. Ein Video des Vorfalls zeigt einen maskierten ICE-Agenten, der mit gezückter Waffe hinter Concepcion herläuft. Als dieser stehen blieb, näherten sich weitere maskierte Beamte in einem unmarkierten Fahrzeug. Zwei der Agenten drängten ihn zu Boden, während ein dritter versuchte, ihn in Handschellen zu legen, während Concepcion mit dem Gesicht nach unten auf dem Gehweg lag. Ein weiterer Beamter, erkennbar an seiner „ERO“-Weste (Enforcement and Removal Operations), hielt Schaulustige auf Abstand.
Das Handyvideo belegt, dass Concepcion während der Festnahme blutete. Erst im Fahrzeug verlangten die Beamten von ihm, seinen Ausweis und sein Handy vorzuzeigen. Erst dann stellten sie fest, dass sie den falschen Mann festgenommen hatten.
Concepcion betonte, er sei in New York geboren und aufgewachsen. Er gab an, in einem Park abgesetzt worden zu sein, den er nicht kannte, und später von seiner Mutter im Krankenhaus wiedergefunden worden zu sein. Dort wurden ihm vier Stiche an der Kopfverletzung genäht. Zudem leide er unter Prellungen im Gesicht und einer Gehirnerschütterung.
Parallel zu diesem Vorfall wurde in Norwood ein weiterer Mann von ICE-Agenten verfolgt und zu Boden gebracht. Die Behörde behauptet, es handele sich um einen undokumentierten Migranten. Ein separates Video zeigt die gewaltsame Festnahme.
Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die umstrittene Migrationspolitik unter Ex-Präsident Donald Trump. Dieser hatte eine verschärfte Durchsetzung der Einwanderungsgesetze angeordnet. Bei einer Sicherheitskonferenz in Phoenix drohte Trumps ehemaliger „Grenz-Zar“ Tom Homan kürzlich damit, New York City „mit ICE-Agenten zu fluten“. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul kündigte daraufhin an, zusätzliche Schutzmaßnahmen für Migranten in ihrem Bundesstaat zu erlassen.