Ein uniformierter Mitarbeiter des privaten Gefängnisbetreibers GEO Group vor dem ICE-Detentionszentrum in Adelanto, Kalifornien, am 11. Juli 2025. (Foto: Patrick T. Fallon / AFP via Getty Images)

Donald Trump hat mit David Venturella einen ehemaligen Top-Manager des privaten Gefängnisunternehmens GEO Group zum neuen Leiter der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE ernannt. Venturella war zuvor über ein Jahrzehnt in leitender Position bei GEO Group tätig und verfügte über enge Verbindungen zu dessen milliardenschweren Verträgen mit der US-Regierung.

Die Ernennung markiert einen weiteren Schritt in der zunehmenden Verschmelzung von Privatwirtschaft und staatlicher Migrationspolitik unter der aktuellen US-Regierung. Kritiker warnen vor Interessenkonflikten und einer möglichen Ausweitung privater Abschiebegefängnisse.

Venturellas Karriere bei GEO Group

Von 2012 bis 2023 war Venturella als Senior Vice President bei GEO Group beschäftigt und verantwortete Verträge im Wert von über einer Milliarde US-Dollar mit der US-Einwanderungsbehörde ICE. Selbst nach seinem offiziellen Rücktritt 2023 blieb er dem Unternehmen als bezahlter Berater verbunden – bis Januar 2025. Die genauen Umstände seines Ausscheidens aus dem Beratergremium sind unklar.

Ethikvorschriften der US-Regierung verbieten ehemaligen Mitarbeitern von Privatunternehmen, Verträge mit ihren früheren Arbeitgebern zu bearbeiten. Doch die Trump-Administration erteilte Venturella eine Ausnahmegenehmigung, die es ihm ermöglichte, bereits zwei Wochen nach seinem Ausscheiden bei GEO Group als Senior Advisor bei ICE einzusteigen. Die Behörde betonte zunächst, Venturella werde keine Rolle bei der Vergabe oder Prüfung von Verträgen spielen. Diese Zusicherung gilt mittlerweile als hinfällig.

Kritik an der Verquickung von Politik und Wirtschaft

„Vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass ein ehemaliger Manager eines privaten Gefängnisunternehmens nun Verträge für dieselbe Behörde vergibt, die seine frühere Firma beliefert.“

Diese Einschätzung stammt von der demokratischen Kongressabgeordneten Delia Ramirez (Illinois), die die Entwicklung scharf kritisiert. Sie sieht darin eine gefährliche Entwicklung, bei der private Abschiebezentren nun direkt die Migrationspolitik steuern könnten.

„Diese Regierung testet ständig aus, wie weit sie gehen kann – und die Ergebnisse zeigen, dass sie sehr weit geht“, so Ramirez. Sie befürchtet, dass die Ernennung von Venturella ein Signal an Unternehmen wie GEO Group und CoreCivic sendet: Die Profite aus der Inhaftierung von Migranten könnten weiter steigen, während gleichzeitig die Bedingungen in den Lagern verschlechtert werden.

Ramirez und andere Beobachter sehen in der Personalie Venturella einen weiteren Beleg für die zunehmende Vermischung von staatlichen und privatwirtschaftlichen Interessen unter der aktuellen US-Regierung. Die Ernennung unterstreicht zudem die wachsende Macht privater Gefängnisbetreiber in der US-Migrationspolitik.