Ein renommierter Baukonzern mit engen Verbindungen zur US-Regierung hat für Jeffrey Epstein ein abgelegenes Luxusanwesen in der Wüste New Mexicos errichtet. Epstein kaufte 1993 die Zorro Ranch vom ehemaligen demokratischen Gouverneur Bruce King und beauftragte die Firma Bradbury Stamm Construction mit dem Bau eines riesigen Anwesens auf dem 10.000 Hektar großen Grundstück.
Bradbury Stamm, der größte Industriebaukonzern New Mexicos, ist normalerweise für den Bau von geheimen Einrichtungen wie dem Los Alamos National Laboratory und der Kirtland Air Force Base bekannt. Doch das Unternehmen errichtete für Epstein nicht nur eine prunkvolle Villa, sondern auch einen weitläufigen Innenhof, eine private Landepiste mit Hangar und Helipad, ein Ranch-Büro, eine Feuerwache sowie eine siebenstellige, beheizte Garage.
Journalistin und Autorin Alisa Valdes-Rodriguez wirft die Frage auf, warum sich ein Unternehmen dieser Größe für den Bau eines privaten Anwesens engagierte. Ihre Vermutung: mögliche Verbindungen zu Ghislaine Maxwells Vater, Robert Maxwell.
„Bradbury Stamm hält geheime Bauverträge für die Atomwaffenlabore New Mexicos, die Robert Maxwell in den 1980er-Jahren mit Hilfe von Spionagesoftware für den israelischen Geheimdienst durchdrang“, schreibt Valdes-Rodriguez unter Berufung auf FBI-Akten und Aussagen des ehemaligen Mossad-Chefs Rafael Eitan. Das Unternehmen erzielt jährlich Einnahmen in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar.
Die Zorro Ranch, etwa 50 Kilometer südlich von Santa Fe gelegen, galt während Epsteins Besitz als Ort zahlreicher illegaler Aktivitäten. Mehrere Opfer, darunter Virginia Giuffre, berichteten, sie seien auf dem Anwesen zur Prostitution gezwungen worden. Laut unveröffentlichten Justizdokumenten sollen mindestens zwei Mädchen auf Epsteins Anweisung getötet und unter dem Gebäude begraben worden sein. Epstein plante zudem, die Ranch zu einem Zentrum für gentechnische Experimente umzufunktionieren.
2023 verkaufte Epstein die Ranch an den ehemaligen texanischen Senator Donald Huffines, der als „Trump-Republikaner“ für das Amt des Comptrollers kandidiert. Die Familie Huffines benannte das Anwesen in „Rancho San Rafael“ um.
Die Trump-Administration griff 2019 in eine Ermittlung gegen die Ranch ein. Im Februar 2024 stimmten Abgeordnete New Mexicos einstimmig für die Einrichtung einer paritätischen Wahrheitskommission, die die Geschichte des Anwesens aufarbeiten soll. New Mexicos Generalstaatsanwalt Raúl Torrez ordnete zudem die Wiedereröffnung der strafrechtlichen Ermittlungen an und forderte Zugang zu den unzensierten Bundesakten.