Ein Kreuzfahrtschiff, das von einem bisher unbekannten Ausbruch des Andes-Hantavirus betroffen ist, hat die Kanarischen Inseln vor der Küste Teneriffas erreicht und wird derzeit evakuiert. Bei der Ausschiffung wurde mindestens ein neuer Fall festgestellt.
Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen die letzten Passagiere des Schiffes MV Hondius heute evakuiert werden. 30 Besatzungsmitglieder bleiben an Bord und bringen das Schiff zurück in den Heimathafen Rotterdam (Niederlande). Vor der Evakuierung befanden sich 147 Menschen an Bord.
Besondere Rückholflüge statt Linienmaschinen
Alle evakuierten Passagiere werden mit speziell organisierten Rückholflügen – nicht mit Linienmaschinen – von der Insel gebracht. Die Koordination der Evakuierung übernehmen spanische Behörden in Zusammenarbeit mit der WHO und nationalen Gesundheitsbehörden.
Drei Personen in biologischem Isolationsbereich
Drei Passagiere, bei denen der Hantavirus bestätigt wurde, werden in einem biologischen Isolationsbereich untergebracht. Die US-Gesundheitsbehörden bestätigten, dass die betroffenen Personen sicher in den Vereinigten Staaten angekommen sind. Weitere Details zur medizinischen Versorgung wurden nicht bekannt gegeben.
Hintergrund: Was ist das Andes-Hantavirus?
Das Andes-Hantavirus ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Viruserkrankung, die durch Nagetiere übertragen wird. Im Gegensatz zu anderen Hantaviren kann es in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Typische Symptome sind Fieber, Muskelschmerzen und Atemprobleme. Bisher gibt es keine zugelassene Impfung gegen das Virus.
Reaktion der Gesundheitsbehörden
Die WHO und lokale Gesundheitsbehörden überwachen die Situation engmaschig. Reisende, die Kontakt mit infizierten Personen hatten, werden identifiziert und medizinisch beobachtet. Die Behörden betonen, dass das Risiko einer weiteren Ausbreitung derzeit als gering eingestuft wird.
„Die Evakuierung verläuft planmäßig. Alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen werden getroffen, um eine weitere Übertragung zu verhindern.“
Sprecher der spanischen Gesundheitsbehörden