Ein Hantavirus-Ausbruch an Bord eines Expeditionskreuzfahrtschiffs hat die seltene, aber potenziell tödliche Krankheit in den Fokus gerückt. Laut aktuellen Angaben vom 6. Mai sind drei Passagiere an akuten Atemwegserkrankungen verstorben. Zudem gibt es Verdachtsfälle unter weiteren Passagieren und Besatzungsmitgliedern.

Gesundheitsbehörden untersuchen nun, ob sich das Virus – das normalerweise von Nagetieren auf Menschen übertragen wird – in diesem Fall möglicherweise auch zwischen Menschen ausgebreitet hat. Eine solche Übertragung wäre selten, aber besorgniserregend.

Was ist Hantavirus und wie wird es übertragen?

Hantaviren sind eine Gruppe von Viren, die vor allem durch den Kontakt mit Nagetieren oder deren Ausscheidungen übertragen werden. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch das Einatmen von virushaltigem Staub, der mit Urin, Speichel oder Kot infizierter Ratten oder Mäuse kontaminiert ist.

Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist extrem selten, aber nicht ausgeschlossen. In dem aktuellen Fall auf dem Kreuzfahrtschiff wird diese Möglichkeit nun geprüft. Die meisten Hantavirus-Infektionen führen zu grippeähnlichen Symptomen, können in schweren Fällen jedoch zu lebensbedrohlichen Erkrankungen wie dem hämorrhagischen Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) oder dem Hantavirus-Kardiopulmonalen Syndrom (HCPS) führen.

Expertenmeinung: Was Sie über Hantaviren wissen müssen

„Hantaviren sind eine ernstzunehmende, aber vermeidbare Gefahr. Die Übertragung erfolgt fast immer durch Nagetiere. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist möglich, aber extrem selten. Wichtig ist, den Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen zu vermeiden.“

Marieke Rosenbaum, Assistenzprofessorin für Infektionskrankheiten und globale Gesundheit an der Cummings School of Veterinary Medicine der Tufts University

Wie kann man sich schützen?

Um das Risiko einer Hantavirus-Infektion zu minimieren, sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:

  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen. Tragen Sie bei der Reinigung von Schuppen, Kellern oder Dachböden Handschuhe und eine Atemschutzmaske.
  • Desinfizieren Sie kontaminierte Bereiche gründlich. Verwenden Sie Desinfektionsmittel, um Oberflächen zu reinigen, die mit Nagetierkot oder -urin in Kontakt gekommen sein könnten.
  • Dichten Sie potenzielle Eintrittspunkte ab. Verschließen Sie Ritzen und Spalten in Gebäuden, um Nagetiere fernzuhalten.
  • Vermeiden Sie offene Lebensmittel in Gebieten mit Nagetierbefall. Lagern Sie Lebensmittel sicher und entsorgen Sie Abfälle ordnungsgemäß.
  • Informieren Sie sich über lokale Risikogebiete. In einigen Regionen sind Hantaviren endemisch. Reisen Sie in solche Gebiete, sollten Sie besonders vorsichtig sein.

Fazit: Keine Panik, aber Wachsamkeit ist geboten

Obwohl Hantaviren selten sind, können sie schwerwiegende Folgen haben. Der aktuelle Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff zeigt, dass eine Übertragung zwischen Menschen zwar ungewöhnlich, aber nicht unmöglich ist. Dennoch ist das Risiko für die Allgemeinbevölkerung gering. Wichtig ist, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um den Kontakt mit Nagetieren zu vermeiden. Bei grippeähnlichen Symptomen nach möglichem Kontakt mit Nagetieren sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.