Eine ungewöhnliche und kreative, aber auch riskante Aktion endete für eine Imkerin aus Massachusetts mit einer Verurteilung. Rebecca Woods setzte während einer Zwangsräumung einen Bienenstock ein, um Polizisten aufzuhalten und einen 80-jährigen Mann vor der Räumung seines Hauses zu bewahren.

Die Szene spielte sich 2022 in Longmeadow ab, einer wohlhabenden Kleinstadt in Massachusetts. Ein Video der Aktion zeigt, wie die Beamten zunächst verwirrt auf die Situation reagieren: „Hey, hey, hey, sie hat einen Truck voller Bienen!“, ruft ein Polizist. „Was? Sie lässt die Bienen frei!“, antwortet ein anderer.

Das betroffene Anwesen, eine luxuriöse Villa im Wert von 1,9 Millionen US-Dollar, gehörte einem älteren Mann, der sich in Krebsbehandlung befand. Woods erklärte später, sie habe die Beamten nur so lange aufhalten wollen, bis der Mann einen Aufschub der Räumung ausdrucken konnte.

Für ihren Einsatz wurde die Imkerin nun zu sechs Monaten Haft im County-Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst sieben schwere Vorwürfe erhoben, doch die Geschworenen sprachen sie in allen Punkten frei. Stattdessen wurde sie wegen vier Vergehen der Körperverletzung und zwei Fällen der fahrlässigen Körperverletzung für schuldig befunden.

Woods’ Anwalt betonte, sie habe nur versucht, den Mann vor der Demütigung und den Folgen einer Zwangsräumung zu bewahren: „Es war ihr aufrichtiger Wunsch, dass der Hausbesitzer nicht die Schande und das Leid einer Räumung erleben muss.“

Die Verurteilte sieht sich selbst im Recht und hat bereits Berufung eingelegt. Der Fall wirft erneut Fragen über die Methoden von Zwangsräumungen und die Grenzen zivilen Ungehorsams auf.

Quelle: Futurism