Ein warmer und ungewöhnlich trockener Frühling hat den Weg für ein erhöhtes Risiko von Waldbränden im Süden und Westen der USA in diesem Sommer geebnet. Bis Ende August wird in keiner Region des Landes mit unterdurchschnittlichen Brandbedingungen gerechnet. Experten der National Interagency Fire Center (NIFC) bestätigen diese Prognose in ihrem monatlichen Ausblick.

Frühwarnung vor intensiver Feuersaison

„Es ist nicht zwangsläufig sicher, dass wir eine extrem aktive Feuersaison erleben werden, aber alle Anzeichen deuten darauf hin“, erklärt Jim Wallmann, Meteorologe beim US Forest Service und Mitautor des Berichts. Der NIFC, ein Zusammenschluss von Wildfire-Experten aus acht Bundesbehörden, analysiert monatlich die Brandgefahr für die kommenden Monate.

Dabei fließen Daten des Climate Prediction Center der NOAA, aktuelle Niederschlags- und Dürrebedingungen sowie die Verfügbarkeit von Brennmaterial wie Gras, Gebüsch und Holz ein. Bereits jetzt sind in den USA über 1,8 Millionen Hektar abgebrannt – fast doppelt so viel wie der Zehnjahresdurchschnitt.

Besonders betroffene Regionen im Westen

Die Wildfire-Saison im Westen der USA erreicht ihren Höhepunkt meist im Spätsommer. Der aktuelle Ausblick zeigt ein überdurchschnittliches Risiko für große Brände in weiten Teilen des Westens:

  • Mai: Erhöhtes Risiko in Ost-Arizona und West-New Mexico, das sich bis August durch den Beginn der Monsunzeit normalisiert.
  • Juni: Ausweitung auf West-Colorado und Teile des Pazifischen Nordwestens.
  • Juli und August: Betroffen sind große Teile des Nordwestens, darunter Utah, Idaho, Oregon, Washington und Nordkalifornien.

Besonders kritisch ist die Situation in Washington, Oregon, Idaho und Nordkalifornien. Hier führen überdurchschnittliche Frühlingstemperaturen und eine extrem geringe Schneedecke zu trockenen Böden und erhöhtem Brandrisiko. Viele Flussbecken im Westen verzeichnen weniger als 20 % ihrer normalen Schneemenge, einige sind bereits schneefrei – deutlich früher als üblich.

„Eine geringere Schneedecke zu dieser Jahreszeit und das frühe Abschmelzen beeinflussen die Bodenfeuchtigkeit für den Rest des Sommers und damit auch die Brennbarkeit der Vegetation.“
Craig Clements, Meteorologe an der San Jose State University

Auswirkungen auf die Wasserversorgung

Die geringe Schneedecke hat nicht nur Auswirkungen auf die Waldbrandgefahr, sondern auch auf die Wasserversorgung. Viele Regionen im Westen sind auf die Schneeschmelze als natürlichen Wasserspeicher angewiesen. Ein frühes und starkes Abschmelzen führt zu einem schnelleren Abfluss und kann in den Sommermonaten zu Wasserknappheit führen.

Fazit: Vorsorge ist entscheidend

Obwohl die Prognosen auf ein erhöhtes Risiko hindeuten, betonen Experten, dass präventive Maßnahmen entscheidend sind. Dazu gehören angepasste Landnutzung, kontrollierte Brennmaßnahmen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Behörden und lokalen Gemeinden. Die diesjährige Feuersaison könnte herausfordernd werden – besonders in den bereits jetzt stark betroffenen Regionen.