Die Welt steht vor einer weiteren Klimakrise: Ein extrem starker El Niño kündigt sich an – mit potenziell verheerenden Folgen. Laut aktuellen Wettermodellen könnte das aktuelle Ereignis eines der schwersten der letzten 100 Jahre werden.

Die ungewöhnlich warmen Meeresströmungen könnten die globalen Temperaturen um bis zu 3 Grad Celsius anheben. Die Folgen: extreme Dürren in einigen Regionen, verheerende Überschwemmungen in anderen und massive Störungen der weltweiten Nahrungsmittelversorgung. Experten warnen vor chaotischen Zuständen auf den Märkten und humanitären Katastrophen.

Historischer Vergleich: Die Katastrophe von 1877

Um eine ähnliche Intensität zu finden, müssen Klimaforscher weit in die Vergangenheit zurückblicken. Der letzte vergleichbar starke El Niño traf 1877 die Welt – mit fatalen Konsequenzen. Die anhaltenden Dürren führten zu einer globalen Hungersnot, die mindestens 50 Millionen Menschen das Leben kostete. Einige Schätzungen gehen sogar von bis zu 60 Millionen Toten aus, was etwa drei Prozent der damaligen Weltbevölkerung entsprach.

In einer Studie aus dem Jahr 2018 beschrieben Forscher das Ereignis als „eine der schlimmsten Umweltkatastrophen der Menschheitsgeschichte“ und verglichen die Opferzahlen mit denen der Weltkriege und der Spanischen Grippe von 1918/19.

Lehren aus der Vergangenheit – und aktuelle Risiken

Die Katastrophe von 1877 offenbarte die Schwächen der damaligen politischen und wirtschaftlichen Systeme. Armut und koloniale Ausbeutung verschärften die Hungersnot massiv. Heute, über 150 Jahre später, hat sich die Welt weiterentwickelt – doch die Warnsignale sind unübersehbar.

Dieser El Niño trifft auf bereits geschwächte globale Lieferketten, jahrelang rekordhohe Meerestemperaturen und anhaltende Dürreperioden. Kritiker weisen darauf hin, dass die moderne Welt zwar technologisch fortschrittlicher ist, aber dennoch anfällig für systemische Krisen bleibt.

„Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.“ – Mark Twain

Ob 2024 zu einer weiteren Episode dieser vermeidbaren Katastrophe wird, hängt davon ab, wie wir die vorhandenen Ressourcen, Technologien und unser Wissen einsetzen. Die Vergangenheit zeigt: Klimakatastrophen treffen die Schwächsten am härtesten. Die Frage ist nicht, ob sie kommen, sondern wie gut wir vorbereitet sind.

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Quelle: Futurism