Die Inflation in den USA steigt weiter an und erreicht mit 3,8 Prozent den höchsten Stand seit drei Jahren. Hauptgründe dafür sind der anhaltende Konflikt im Iran sowie stark gestiegene Ölpreise. Die Bureau of Labor Statistics veröffentlichte am Dienstag ihren monatlichen Bericht, der diese Entwicklung bestätigt. Die Teuerungsrate übersteigt damit das Lohnwachstum, das im gleichen Zeitraum nur 3,6 Prozent betrug.
Besonders stark betroffen sind die Energiekosten: Der Ölpreis ist seit Januar um über 70 Prozent gestiegen. Aktuell liegt der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone Benzin bei 4,50 US-Dollar. Die Citigroup warnt jedoch, dass sich die vollen Auswirkungen der hohen Spritpreise erst in den kommenden Monaten auf andere Güter auswirken werden. In einer Mitteilung an ihre Kunden heißt es:
„Die Energiekosten werden voraussichtlich frühestens in einigen Monaten zu höheren Preisen bei anderen Gütern führen.“
Eine aktuelle CNN-Umfrage zeigt, dass 70 Prozent der Amerikaner Trumps Umgang mit der Wirtschaft ablehnen. 77 Prozent – darunter auch eine Mehrheit der Republikaner – geben an, dass die Lebenshaltungskosten in ihrer Region gestiegen sind. Nur ein Drittel der Befragten bewertet Trumps Maßnahmen zur Unterstützung der Mittelschicht positiv. Noch geringer fällt die Zustimmung bei der Inflationsbekämpfung (26 Prozent) und der Benzinpreisentwicklung (21 Prozent) aus.
Die Umfrage offenbart zudem ein tiefes Misstrauen gegenüber beiden großen Parteien: Fast ein Drittel der Amerikaner vertraut weder den Demokraten noch den Republikanern, wenn es um die Wirtschaftspolitik geht. Während die Demokraten in den Bereichen Lebenshaltungskosten, Mittelschichtförderung und Inflation als vertrauenswürdiger gelten, bleibt die allgemeine Wirtschaftspolitik ein umstrittenes Thema.
Ob die anhaltende Unzufriedenheit die Republikaner bei den Midterm-Wahlen im November treffen wird, bleibt abzuwarten. Sollte sich die wirtschaftliche Lage nicht verbessern, könnten die Demokraten jedoch die Chance nutzen, ihre Politik als Alternative zu präsentieren.