Im Jahr 1998 schufen Warren Ellis und Bryan Hitch mit Autorität ein neues Superhelden-Team. Ihr Ziel: eine bessere Welt zu erschaffen. Mit Mitgliedern wie Apollo, Doctor und Jenny Sparks verfügte das Team über die nötige Macht, um dieses Vorhaben umzusetzen. Da die Autorität jedoch im WildStorm-Universum angesiedelt war – und nicht im klassischen DC-Universum – gab es kaum Hindernisse, die sie aufhalten konnten.

Nun hat James Gunn, Co-Chef des neuen DCU unter seiner Leitung zusammen mit Peter Safran, auf Threads klargestellt: Die geplante Autorität-Verfilmung ist vorerst vom Tisch. Gunn betonte, dass er ohnehin nicht selbst am Drehbuch arbeiten wollte. Der Grund für die Absage sei jedoch, dass das Projekt nicht in das größere DCU passe – weder inhaltlich noch aus praktischen Gründen. Dennoch schloss er eine Rückkehr der Autorität in Zukunft nicht aus, allerdings „nicht in naher Zukunft“.

Gunns Interesse an der Beziehung zwischen Superhelden und Regierungsbehörden sowie an den dunklen Seiten des Superhelden-Daseins macht seine Pläne für eine Autorität-Verfilmung nachvollziehbar. Doch warum passt das Team nicht in das Haupt-DCU?

Die Geschichte der Autorität: Vom WildStorm- zum DC-Universum

Als Autorität #1 1998 debütierte, war WildStorm ein Studio von Jim Lee und Teil des unabhängigen Verlags Image Comics. Nur wenige Monate später verkaufte Lee WildStorm an DC Comics, das das Studio zunächst als eigenständige Tochter führte. 2010 wurde WildStorm jedoch geschlossen, und mit dem Reboot New 52 im Jahr 2011 wurden die WildStorm-Charaktere vollständig in das DC-Universum integriert. Doch diese Integration war nie ganz gelungen.

Warum die Autorität im DCU nicht funktioniert

Die Autorität begann als Satire auf klassische Superhelden-Comics. Die Justice League wurde dabei als eine Art neokonservatives Global Player dargestellt – mit liberalen sozialen Ansätzen, wie etwa der Liebesgeschichte zwischen Midnighter und Apollo zeigt. Die Serie war ein Gedankenexperiment, das etablierte Charaktere auf den Kopf stellte. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte „What’s So Funny About Truth, Justice, and the American Way?“, in der Superman gegen das Elite-Team kämpft – eine DC-Version der Autorität. Oder die Miniserie „Superman und die Autorität“, in der Grant Morrison Apollo und Midnighter zu Superman-Fans macht.

Genau hier liegt das Problem: Die Autorität wurde als Satire auf die Justice League konzipiert. Daher kann sie im DCU nie die gleiche Bedeutung erlangen wie das Hauptteam. Die Justice League steht für die etablierten Helden, die Autorität wäre nur eine Alternative – und müsste immer im Schatten der Justice League agieren. Ein Szenario, in dem die Justice League proaktiv gegen Bösewichte vorgeht, wäre unrealistisch, da die Justice League selbst bereits diese Rolle übernimmt.

Fürs Erste bedeutet das: Die Autorität bleibt vorerst außerhalb des DCU. Doch die Möglichkeit einer Rückkehr besteht – wenn auch nicht in naher Zukunft.