Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro versucht im Hintergrund, den progressiven Kongresskandidaten Chris Rabb zu blockieren, der von der New Yorker Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez (AOC) unterstützt wird. Dies geht aus Informationen von Axios hervor.
Die Vorwahl am 19. Mai wird zunehmend als frühe Machtprobe zwischen Shapiro und AOC gewertet – beide gelten als mögliche Präsidentschaftskandidaten für 2028. Gleichzeitig spiegelt der Wettbewerb den innerparteilichen Konflikt zwischen dem liberalen und dem gemäßigten Flügel der Demokraten wider.
Ocasio-Cortez setzt sich für Rabb ein
AOC hat Chris Rabb, einen radikalen Staatsabgeordneten aus Philadelphia, öffentlich unterstützt. Sie plant sogar, im Laufe des Monats für ihn zu campaignen, hat bereits Spenden gesammelt und ihn auf Social Media beworben. Rabb tritt in einer umkämpften Dreier-Vorwahl für einen Sitz im US-Repräsentantenhaus an.
Shapiro agiert im Hintergrund gegen Rabb
Während AOC öffentlich für Rabb wirbt, bleibt Shapiro offiziell neutral. Doch hinter den Kulissen hat er seinen Verbündeten seine Ablehnung gegenüber Rabb mitgeteilt und Schritte eingeleitet, um dessen Kandidatur zu behindern. Drei mit den Gesprächen vertraute Personen bestätigen dies.
Rabb und Shapiro stehen seit Jahren in Konflikt. Im Januar forderte Rabb in einem Instagram-Post:
„Gouverneur Shapiro, hören Sie auf, mit der ICE zusammenzuarbeiten!“Er hatte an einer Protestaktion teilgenommen, die Shapiro – als gemäßigter Politiker – zu einer linksgerichteteren Migrationspolitik drängen sollte. Die Demonstration fand außerhalb von Shapiros erster Station auf seiner Buchtour statt.
Solche direkten Konfrontationen sind zwischen demokratischen Staatsabgeordneten und dem Gouverneur ungewöhnlich. Auch 2022 sorgte Rabb für Aufsehen, als er zunächst nicht ausschloss, Shapiro in der Gouverneursvorwahl herauszufordern – letztlich trat er jedoch nicht an.
Hinter den Kulissen: Shapiro übt Einfluss auf Gewerkschaften aus
Shapiro hat laut zwei Quellen versucht, die Bauarbeitergewerkschaften Philadelphias davon zu überzeugen, Rabb nicht indirekt zu unterstützen. Konkret riet er ihnen, keine negativen Kampagnen gegen einen der beiden Mitte-links-Kandidaten, Sharif Street oder Ala Stanford, zu führen. Beide gelten als traditionelle Demokraten mit ähnlichem Wählerklientel.
Shapiro schlug vor, dass die Gewerkschaften stattdessen Street unterstützen, der bereits von ihnen gefördert wird. Stanford wird von Shapiros Verbündetem, dem Abgeordneten Dwight Evans, unterstützt, während viele Freunde des Gouverneurs aus der Arbeiterbewegung Street den Vorzug geben.
Politische Analysten warnen vor Risiken für Shapiro
Einige Beobachter befürchten, dass ein Sieg Rabs Shapiro in Zukunft Probleme bereiten könnte.
„Chris ist ein echtes Problem für Shapiro – vor allem, wenn es um dessen eigene Ambitionen geht“,kommentierte ein demokratischer Strategie aus Pennsylvania.
Rabb selbst bezeichnet AOC als „die progressive Leitfigur dieser Generation“.
Shapiro bleibt offiziell neutral – doch die Spannungen bleiben
Trotz seiner Differenzen mit Rabb unterstützt Shapiro in anderen Rennen Kandidaten der Linken. So wirbt er etwa für Bob Brooks, der von Bernie Sanders unterstützt wird, in einem anderen Kongresswahlkreis. Zudem steht er einem Stadtrat der Working Families Party in Philadelphia nahe.
Nicht nur AOC, sondern auch andere potenzielle Präsidentschaftskandidaten 2028 haben Rabb bereits unterstützt. Die Vorwahl in Pennsylvania entwickelt sich damit zu einem Schauplatz des innerparteilichen Machtkampfs – mit weitreichenden Folgen für die Zukunft der Demokraten.