Kaliforniens Gouverneurswahl ist ein einziges Durcheinander – und das ohne klaren Spitzenreiter. Das erklärt David Dayen, Chefredakteur des American Prospect und selbst Kalifornier, in der aktuellen Ausgabe von Right Now With Perry Bacon.

Der Grund für die anhaltende Unsicherheit: Kamala Harris, die ehemalige Vizepräsidentin und Senatorin, verzichtete auf eine Kandidatur. Damit fehlte der demokratischen Parteiführung eine offensichtliche Wunschkandidatin, die sie hätte unterstützen können.

Die demokratischen Bewerber kämpfen mit eigenen Problemen: Ex-Abgeordnete Katie Porter, bekannt für ihre progressive Haltung, sieht sich mit Videos konfrontiert, die ein schlechtes Führungsverhalten gegenüber Mitarbeitern zeigen. Eric Swalwell, ebenfalls ehemaliger Kongressabgeordneter, musste sowohl die Gouverneurswahl als auch sein Mandat im US-Repräsentantenhaus nach mehreren Vorwürfen sexueller Belästigung aufgeben.

Auf republikanischer Seite könnte Steve Hilton, ein ehemaliger Fox-News-Kommentator, dank der Unterstützung von Ex-Präsident Donald Trump die Stichwahl erreichen. Hilton profitiert dabei von einer polarisierten Wählerschaft und fehlenden klaren Alternativen auf Seiten der Demokraten.

Wer wird Harris’ Nachfolger?

Die große Frage lautet: Welcher Demokrat wird Hilton in der Stichwahl gegenüberstehen? Zur Auswahl stehen zwei Kandidaten mit gegensätzlichen Profilen:

  • Tom Steyer: Der ehemalige Risikokapitalgeber und heutige Philanthrop setzt sich für progressive Themen ein, darunter Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. Allerdings steht er als Milliardär in der Kritik, da viele Wähler Bedenken wegen seiner finanziellen Interessen haben.
  • Xavier Becerra: Der amtierende kalifornische Generalstaatsanwalt war zuvor Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus und Gesundheitsminister unter Präsident Joe Biden. Die demokratische Parteiführung bevorzugt ihn ideologisch, sieht ihn aber als schwachen Kandidaten mit wenig Führungskompetenz.

Während die Parteielite Becerra näher steht, genießt Steyer die Unterstützung der progressiven Basis. Doch ob diese ausreicht, um die Vorbehalte gegenüber seinem Reichtum zu überwinden, bleibt abzuwarten.

„Die Partei hat keinen klaren Favoriten, und das macht die Wahl so unberechenbar.“ – David Dayen, Chefredakteur des American Prospect