Die Prognoseplattform Kalshi verstärkt ihren Jugendschutz und führt neue Sicherheitsmaßnahmen ein, um Minderjährige vom Handel auf ihren Märkten auszuschließen. Gleichzeitig widersetzt sich das Unternehmen jedoch Forderungen, das Mindestalter für Nutzer auf 21 Jahre anzuheben.
Neue Schutzmechanismen gegen problematischen Handel
Wie der CEO Tarek Mansour gegenüber Axios bestätigt, sind Kinder bereits jetzt vom Handel auf Kalshi ausgeschlossen. Um dies weiter zu erschweren, setzt das Unternehmen nun auf zusätzliche Maßnahmen:
- Gesichtserkennung bei der Anmeldung: Alle Nutzer müssen sich per Gesichtserkennung authentifizieren, um die Nutzung von Familienkonten durch Minderjährige zu verhindern.
- Selbstauskünfte für Risikogruppen: Bestimmte Nutzer, die als besonders risikobehaftet eingestuft werden, müssen zusätzliche Selbstauskünfte geben.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung: Die Nutzung eines zweiten Sicherheitsfaktors wird aktiv gefördert.
- Login-Überwachung: Ein neues Tool zeigt Nutzern an, ob sich jemand anderes mit ihren Zugangsdaten angemeldet hat.
„Wir handeln proaktiv, bevor wir dazu verpflichtet werden, weil wir überzeugt sind, dass diese Maßnahmen richtig sind“, erklärt Mansour. „Unser Ziel ist es, einen neuen Standard im Kundenschutz zu setzen.“
Wachsende Bedenken zu Glücksspielrisiken bei Jugendlichen
Die Maßnahmen von Kalshi erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über problematisches Spielverhalten, insbesondere bei jungen Männern. Eine Studie der Common Sense Media aus dem Juli zeigt, dass 36 % der 11- bis 17-jährigen Jungen im letzten Jahr Glücksspiel betrieben haben – bei 17-Jährigen sind es sogar 49 %.
„Die Schäden durch Sportwetten konzentrieren sich besonders auf junge Männer. Prognosemärkte sind hier die neue Front in der Debatte über Glücksspiel.“
Jonathan Cohen, Policy Lead beim American Institute for Boys and Men
Kritik und politische Forderungen
Während Kalshi betont, dass Prognosemärkte kein klassisches Glücksspiel darstellen, geraten die Plattformen zunehmend unter politischen Druck. So haben die Senatoren Kirsten Gillibrand (D-N.Y.) und Dave McCormick (R-Pa.) kürzlich den „Prediction Market Act of 2026“ vorgeschlagen. Dieser würde verbindliche Altersverifikation und Selbstausschlussprogramme vorschreiben.
Auch Sportverbände wie die NBA und die PGA Tour fordern eine Anhebung des Mindestalters auf 21 Jahre, um es an die Regelungen für Sportwetten und Casinos in den meisten US-Bundesstaaten anzupassen. In einem Schreiben an die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) warnt die NBA vor den finanziellen Risiken für junge Nutzer:
„Wie bei Sportwetten birgt der Handel mit Prognosekontrakten erhebliche Risiken – insbesondere für jüngere Personen.“
Dan Spillane, Executive Vice President der NBA
Der Sportwetten-Analyst Dustin Gouker kommentiert in seinem Newsletter The Closing Line:
„In einer Welt, in der Sportprognosekontrakte kurzfristig nicht verschwinden werden, fordern die Ligen Maßnahmen, die ihre Bedenken aufgreifen. Eine höhere Altersgrenze ist ein interessanter und sinnvoller Vorschlag.“
Kalshi-CEO Mansour hält eine pauschale Anhebung des Mindestalters jedoch für übertrieben. Stattdessen setzt das Unternehmen auf präventive Schutzmechanismen, um problematischen Handel zu verhindern – noch bevor gesetzliche Vorgaben greifen.