Die Führungsspitze der Pharmaindustrie hat sich für eine stabile Führung der US-Gesundheitsbehörde FDA ausgesprochen. Steve Ubl, CEO des Pharmaverbands PhRMA, betonte auf dem Axios Future of Health Summit die Notwendigkeit von Berechenbarkeit für die Medikamentenentwicklung.
„Was wir von der nächsten FDA-Führung brauchen, ist die Beruhigung der Lage und die Wiederherstellung von Planungssicherheit“, erklärte Ubl. Die Branche steht unter Druck, nachdem die Behörde in den vergangenen Monaten mit Rücktritten und Stellenstreichungen zu kämpfen hatte. Kommissar Marty Makary hatte am Dienstag seinen Rückzug bekannt gegeben.
Auch Chris Boerner, CEO von Bristol Myers Squibb, unterstrich die Dringlichkeit stabiler Rahmenbedingungen. „Unsere Entwicklungszeiträume liegen bei 10 bis 15 Jahren. Wir investieren Milliarden, um ein neues Medikament auf den Markt zu bringen. Dafür brauchen wir eine FDA, die klare und konsistente Regeln setzt“, so Boerner.
Die Pharmabranche lehnt zudem den Vorschlag von Ex-Präsident Trump ab, ein „Most Favored Nation“-Preismodell gesetzlich festzuschreiben. Dieses sieht vor, dass US-Medikamentenpreise an die niedrigeren Preise in anderen Industrieländern gekoppelt werden.
Boerner warnte vor negativen Folgen: „Solche Modelle können zwar zu niedrigeren Preisen führen, aber in jedem Fall auch zu Rationierungen in der Gesundheitsversorgung.“ Die Chancen auf eine Umsetzung im Kongress gelten als gering, da republikanische Abgeordnete marktwirtschaftliche Prinzipien gefährdet sehen. Dennoch bleibt die Branche wachsam.
David Marin, CEO des Pharmahandelsverbands PCMA, forderte stattdessen eine strengere Kontrolle von Patentmissbrauch in der Pharmaindustrie. Seiner Ansicht nach treiben solche Praktiken die Preise künstlich in die Höhe.