Nach jahrzehntelangen Höhen und Tiefen erleben Videospiel-Adaptionen derzeit einen beispiellosen Boom. Filme wie Minecraft und Der Super Mario Bros. Film beweisen, dass das Kino-Potenzial von Gaming-Franchises enorm ist. Jetzt drängen zwei der größten Spieleserien mit eigenen Kinofilmen auf den Markt – und liefern sich dabei eine direkte Konkurrenz.
Die Rivalität zwischen Call of Duty und Battlefield, die seit Jahrzehnten zwischen den Publishern Activision und Electronic Arts ausgetragen wird, weitet sich nun auf die große Leinwand aus. Die Aussichten für Hollywood sind verlockend: Militär-Shooter mit Millionen von Fans könnten zu neuen Blockbustern werden.
Paramount hat kürzlich für den Call of Duty-Film einen Kinostart am 30. Juni 2028 angekündigt. Unter der Regie von Peter Berg und mit einem Drehbuch von Taylor Sheridan soll die Adaption die ikonische Spielereihe mit ihren soldatischen Schlachten über verschiedene Jahrzehnte und Kriege auf die Leinwand bringen.
Nur eine Woche später präsentierte Electronic Arts (EA) sein Battlefield-Paket: Christopher McQuarrie, bekannt für die Mission: Impossible-Reihe, soll Regie führen und das Drehbuch schreiben. Zudem ist Michael B. Jordan als Produzent und potenzieller Hauptdarsteller beteiligt. Laut exklusiven Berichten von TheWrap buhlten bereits Warner Bros., Amazon MGM Studios, Universal, Sony und Netflix um die Rechte – ein Bieterwettstreit, der als einer der größten des Jahres gilt.
Die beiden Militär-Shooter, die seit der Jahrtausendwende um die Gunst der Spieler kämpfen, stehen nun vor einem neuen Showdown: dem Kino. Die Rivalität zwischen Call of Duty und Battlefield könnte sich zu einem Marvel vs. DC-ähnlichen Phänomen entwickeln – besonders, da Superheldenfilme an Kinokraft verlieren. Hollywood hat in den letzten Jahren gelernt: Konkurrenz verkauft Tickets. Und trotz ihrer ähnlichen Zielgruppen könnten beide Filme von der direkten Gegenüberstellung profitieren.
„Die Adaptionen von Call of Duty und Battlefield spiegeln einen wachsenden Trend wider: Bestehende Fanbasen von Franchises dienen als sichere Zielgruppe für transmediale Adaptionen.“
— Ricardo Parsons, Analyst bei Ampere Analysis
Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung dieser Entwicklung: Seit 2003 hat Call of Duty über eine halbe Milliarde Einheiten verkauft und dominierte lange die Verkaufscharts. Doch 2025 durchbrach Battlefield 6 diese Dominanz: Das Spiel verkaufte sich erstmals seit fast einem Jahrzehnt in den USA besser als Call of Duty: Black Ops 7. Der letzte Titel, der dies schaffte, war Battlefield 1 im Jahr 2016.
Seit der zweiten Hälfte des Jahres 2023 hat sich die Zahl der angekündigten Videospiel-Adaptionen verdoppelt. Laut Ampere Analysis wurden in jedem Halbjahr mindestens 25 neue Projekte bekanntgegeben. Die Branche setzt zunehmend auf etablierte Franchises, deren Fans bereits eine treue Anhängerschaft darstellen.
Ob Call of Duty oder Battlefield – der Kampf um die Leinwand hat begonnen. Und die Filmindustrie könnte von dieser neuen Ära der Gaming-Adaptionen stark profitieren.