Am 27. April begann in Oakland, Kalifornien, die Auswahl der Geschworenen für einen hochkarätigen Rechtsstreit zwischen den Tech-CEOs Elon Musk und Sam Altman. Vor dem Bundesgericht sorgten ungewöhnliche Protestaktionen für Aufsehen: Ein übergroßes Pappaufsteller-Bild von Musk in Badehose, tropfnass, starrte Passanten an, während eine Person in einem Roboter-Kostüm zwei an Ketten geführte Demonstranten anführte. Diese kreativen Aktionen sind Teil eines größeren Protests rund um den Prozess, der am 28. April mit den Plädoyers begann und sich gegen die beiden umstrittenen Tech-Milliardäre richtet.

Der Prozess geht auf eine Klage Musks aus dem Jahr 2024 zurück. Darin wirft er OpenAI und dessen CEO Altman vor, die ursprüngliche Mission des Unternehmens – die Entwicklung von KI zum Wohle der Menschheit statt aus Profitgründen – verraten zu haben. Musk hatte OpenAI 2015 mitgegründet, sich jedoch später mit Altman über die Unternehmensvision überworfen und 2023 mit xAI einen Konkurrenten ins Leben gerufen. Der Rechtsstreit entpuppt sich damit als Machtkampf zweier der reichsten und einflussreichsten Männer der Welt, die öffentlich über die Zukunft der KI streiten und dabei auch persönliche Differenzen austragen.

Die Demonstranten vor dem Gericht nutzen Kunst und Humor, um ihre Botschaft zu vermitteln: „Egal wer gewinnt – wir verlieren.“

„Tesla Takedown“ organisiert Proteste

Hauptorganisator der Aktionen ist die Gruppe Tesla Takedown, die bereits 2025 mit landesweiten Protesten gegen Tesla-Vertragshändler von sich reden machte. In einem Aufruf auf der Plattform Action Network kündigte die Gruppe für den 27. April eine Kundgebung unter dem Motto „Musk vs. Altman: Wer auch gewinnt – wir verlieren“ an.

In dem Beitrag heißt es: „Elon Musk verliert das KI-Wettrüsten, während xAI strauchelt. Gewinnt er diesen Prozess, stärkt er den Marktführer und gibt sich selbst eine Chance aufzuholen.“ Gleichzeitig wirft die Gruppe Altman vor, „mit Trump an Killer-Robotern und Massenüberwachung zu arbeiten“ und die USA einem „technofaschistischen Staat“ näherzubringen. Die Botschaft der Proteste ist klar: „Jeder hier ist ein Versager – und genau das ist unser Motto!“

Die Demonstranten folgten dem Aufruf und brachten Plakate sowie künstlerische Aktionen mit, die den Humor als Stilmittel nutzten. Die Proteste erinnerten an frühere Aktionen in Portland, Oregon, gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE Ende 2025, bei denen absurde Methoden wie Tierkostüme, Memes und alberne Lieder eingesetzt wurden, um auf Missstände aufmerksam zu machen.

Inflatables, Roboter und Badehosen – kreative Kritik

Am Montag tauchten mindestens vier übergroße Aufblasfiguren auf, die Musk parodierten. Eine rote Schlauchfigur im Stil eines Autowasch-Männchens wedelte mit den Armen und trug die Aufschrift „ELON SUCKS“ in Großbuchstaben. Andere Demonstranten hatten Punching-Bälle mit den Gesichtern von Musk und Altman präpariert, die zum Zuschlagen einluden. Ein weiterer Höhepunkt war ein überdimensionaler Schwimmring, auf dem „Musk in der Badewanne“ zu sehen war – eine Anspielung auf seine angebliche Hygiene und sein Image.

Die Proteste zeigen, wie kreative Formen des Widerstands genutzt werden, um auf gesellschaftliche und politische Missstände aufmerksam zu machen. Ob die humorvollen Aktionen die öffentliche Meinung beeinflussen, bleibt abzuwarten – doch sie sorgen zweifellos für Aufmerksamkeit in der Debatte um die Zukunft der KI.