Washington – US-Präsident Donald Trump und seine engsten Berater haben sich am Dienstag mit Führungskräften der Öl- und Gasindustrie im Weißen Haus getroffen. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen des anhaltenden Konflikts mit dem Iran auf den globalen Energiemarkt sowie weitere energiepolitische Themen, wie aus gut informierten Kreisen verlautete.

Zu den Teilnehmern zählte unter anderem Chevron-CEO Mike Wirth, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte. Neben dem Stabschef des Weißen Hauses, Susie Wiles, waren auch Finanzminister Scott Bessent sowie die Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner anwesend, wie eine mit der Situation vertraute Quelle mitteilte.

Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte gegenüber Medien:

"Der Präsident trifft sich regelmäßig mit Energieexperten, um deren Einschätzungen zu inländischen und internationalen Energiemärkten zu erhalten."

Laut dem Sprecher wurden in dem Gespräch Themen wie die inländische Ölförderung, die Lage in Venezuela, Öl-Futures, Erdgas und Transportlogistik behandelt.

Die politische Dimension des Treffens ist nicht zu unterschätzen: Trump und republikanische Abgeordnete bereiten sich auf die möglichen Konsequenzen hoher Benzinpreise in den USA vor. Diese sind eng an die globalen Rohölpreise gekoppelt, die derzeit unter dem historischen Angebotsverlust im Nahen Osten leiden. Laut AAA lag der durchschnittliche Benzinpreis in den USA am Dienstag bei 4,18 US-Dollar pro Gallone – der höchste Stand seit Beginn des Krieges und seit 2022.

Die US-Regierung hat bereits erste Maßnahmen ergriffen, um die Preisspirale zu bremsen, darunter die Aussetzung des Jones Act. Diese Regelung schreibt vor, dass für den Transport von Gütern zwischen US-Häfen ausschließlich in den USA gebaute und registrierte Schiffe eingesetzt werden dürfen. Dennoch bleiben die Handlungsmöglichkeiten begrenzt, um den Markt nachhaltig zu stabilisieren.

Experten warnen, dass anhaltend hohe Preise langfristig die Nachfrage nach Öl sowohl in den USA als auch international dämpfen könnten. Die de facto Schließung der Straße von Hormuz – durch die etwa ein Viertel des weltweiten Seeöltransports läuft – hat die Preise auf mehrjährige Höchststände getrieben. Gleichzeitig profitieren US-Öl- und Flüssiggas-Exporte von der verknappten Versorgung aus der Region.

Die Unsicherheit an den Märkten bleibt hoch, und die kommenden Wochen werden zeigen, ob die USA und ihre Verbündeten eine Lösung für die anhaltende Energiekrise finden können.

Quelle: Axios