Die ehemalige Scientology-Mitglied und Aktivistin Leah Remini hat sich in einem scharfen Statement gegen einen aktuellen TikTok-Trend gewandt, bei dem Nutzer versuchen, in Scientology-Gebäude einzudringen und das Geschehen zu filmen.
Remini: Trend schadet der Aufklärung über Scientology
In einem Video auf X (ehemals Twitter) erklärte Remini, dass solche Aktionen nicht zur Aufklärung beitragen, sondern der Sekte sogar in die Hände spielen. „Ob die Menschen das für Social-Media-Ruhm oder aus echtem Engagement tun – ihr Handeln ist kontraproduktiv und hilft Scientology ungewollt“, so Remini.
Die Videos zeigen meist junge Nutzer, die maskiert in die Gebäude stürmen, Sicherheitskräfte ausweichen und versuchen, möglichst tief in die Räumlichkeiten vorzudringen. Remini betont, dass solche spektakulären Aktionen den eigentlichen Missständen ihre Ernsthaftigkeit nehmen und die Sekte als Opfer darstellen können.
„Was ich jetzt sehe – das Eindringen in Scientology-Gebäude, das Belästigen von Mitarbeitern, das Provizieren für TikTok – das ist keine Aufklärung. Das ist Klicksucht. Es macht aus etwas Ernstem Content und erzeugt Chaos statt Wirkung.“
Remini: Früher sinnvolle Aufklärung, heute gefährlicher Trend
Remini, bekannt aus Serien wie „King of Queens“ und „Kevin Can Wait“, war selbst jahrzehntelang Mitglied der Scientology-Kirche, bevor sie 2013 austrat und sich öffentlich gegen die Sekte engagierte. Gemeinsam mit Mike Rinder produzierte sie die preisgekrönte Dokumentationsreihe „Leah Remini: Scientology und die Folgen“ (2016–2019) und veröffentlichte 2015 ihre Autobiografie „Troublemaker: Surviving Hollywood and Scientology“.
Früher begrüßte sie es, wenn sich Menschen auf Plattformen wie TikTok über Scientology informierten und warnten. „Damals ging es um echte Aufklärung, die vor allem junge Menschen erreichen konnte. Das hatte einen Sinn.“
Doch der aktuelle Trend sei das Gegenteil: „Das ist keine Aufklärung mehr, das ist reine Spektakel-Jagd.“
Warum der Trend gefährlich ist
Remini warnt vor mehreren Risiken:
- Sicherheitsgefährdung: Die Eindringlinge riskieren körperliche Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften.
- Verharmlosung von Missständen: Ernsthafte Themen werden zu Unterhaltungscontent degradiert.
- Stärkung der Sekte: Scientology kann sich als Opfer inszenieren und von den eigentlichen Vorwürfen ablenken.
Ihr Appell an die TikTok-Community: „Hört auf, in diese Gebäude zu stürmen. Das hilft niemandem – außer Scientology.“