Der US-amerikanische TV-Moderator Maury Povich, bekannt für seine jahrzehntelange Karriere als Moderator der Talkshow Maury, hat mit 87 Jahren bereits klare Vorstellungen von seinem eigenen Ableben – und half sogar aktiv bei der Erstellung seines Nachrufs für die New York Times. Doch ein einfacher Wunsch wurde ihm verweigert: den Text vorab einsehen zu dürfen.
„Vor etwa vier oder fünf Jahren rief mich ein Redakteur der New York Times an, weil sie meinen Nachruf vorbereiten wollten“, erklärte Povich in einem Interview mit dem Podcast Founder’s Story. „Ich fand das zunächst faszinierend und stimmte zu. In den folgenden Jahren arbeitete ich mit dem Journalisten zusammen, der meinen Nachruf verfasste.“
Doch dann kam der Moment, in dem Povich eine einfache Frage stellte: „Kann ich meinen Nachruf sehen?“ Die Antwort des Journalisten verärgerte ihn zutiefst. „Er sagte: ‚Das können wir nicht zeigen. Im Ernst? Das ist die New York Times. Wir zeigen niemandem, was wir schreiben.‘“
Povich reagierte mit beißendem Sarkasmus: „Dann lasst uns doch einfach jetzt die Beerdigung abhalten, damit alle aufstehen und etwas Nettes über mich sagen können – während ich zuhöre.“
Warum die New York Times keine Vorab-Einsicht gewährt
Ein Sprecher der New York Times begründete die Praxis gegenüber Entertainment Weekly wie folgt:
„Nachrufe der New York Times werden von unseren Journalisten verfasst. Unsere Autoren recherchieren und dokumentieren das Leben der Betroffenen umfassend, doch die Texte werden erst nach deren Tod finalisiert und veröffentlicht.“
Diese Vorgehensweise ist in der Branche üblich. Dennoch zeigt Povichs Reaktion, wie ungewöhnlich die Situation für Außenstehende wirkt. Historisch gesehen wurden Nachrufe bereits versehentlich vor dem Tod der Person veröffentlicht – etwa im Fall des Schauspielers Abe Vigoda, dessen angeblicher Tod 1982 in mehreren Medien kolportiert wurde, obwohl er noch lebte.
Einflussreiche TV-Karriere und neue Projekte
Povichs Talkshow Maury, die über 30 Jahre lang in Syndikation lief, prägte die Reality-TV-Landschaft der 1990er und frühen 2000er Jahre. „Es gibt keinen Zweifel, dass unsere Shows die Grundlage für Formate wie Die Hausfrauen von Beverly Hills, die Kardashians oder alle heutigen Reality-TV-Shows im Kabelfernsehen waren“, betonte er stolz.
Nach seiner TV-Ruhestandsphase startete Povich den Podcast On Par With Maury Povich, in dem er weiterhin über aktuelle Themen und seine langjährige Erfahrung spricht.
Fazit: Ein Nachruf bleibt ein sensibles Thema
Povichs Fall zeigt, wie emotional das Thema Nachruf für Betroffene sein kann – selbst wenn die Absichten der Medien respektvoll sind. Während die New York Times an ihren journalistischen Standards festhält, bleibt die Frage, ob eine Ausnahme für die betroffene Person möglich wäre. Povich jedenfalls hat seinen Standpunkt klar gemacht: „Wenn ich ihn nicht lesen darf, dann soll die Beerdigung eben jetzt stattfinden.“