Die Met Gala, das glamouröse Mode-Event des Jahres, kehrt heute Abend in den New Yorker Metropolitan Museum of Art zurück. Doch während sich Prominente in Couture präsentieren, steht diesmal nicht die Mode im Fokus, sondern die umstrittenen Hauptsponsoren: Jeff Bezos und seine Partnerin Lauren Sánchez.
Das Event, das jährlich am ersten Montag im Mai stattfindet, ist eine exklusive Benefizveranstaltung zugunsten des Costume Institute des Museums. Organisiert von Anna Wintour, lockt es mit Tickets im Wert von bis zu 100.000 US-Dollar die Elite der Gesellschaft an. Doch in diesem Jahr sorgt nicht der rote Teppich für Diskussionen, sondern die Verbindung zu Bezos und Sánchez.
Kreative Proteste gegen die Sponsoren
Bereits im Vorfeld des Events haben Aktivisten der britischen Gruppe Everyone Hates Elon mit provokanten Aktionen auf die Verbindung zwischen Amazon, Bezos und der Met Gala aufmerksam gemacht. In ganz New York wurden Werbeflächen umgestaltet, darunter ein Bushaltestellen-Plakat mit dem Spruch: „Die Bezos Met Gala lädt ein: Feiert wie 1939.“ Darunter ein Foto von Bezos mit Champagnerglas – eine Anspielung auf Leonardo DiCaprios Rolle in „Der große Gatsby“ – und der ironischen Dresscode-Empfehlung: „willentliche Ignoranz“.
Ein weiteres Plakat in der U-Bahn zeigt den Met Gala-Schriftzug in den Farben des Museums mit dem Text: „Jeff Bezos präsentiert stolz die Met x enabling ICE“ – ein Verweis auf die Zusammenarbeit zwischen Amazon Web Services (AWS) und der US-Einwanderungsbehörde ICE. Vor dem Museum selbst installierten die Aktivisten ein Schild mit der Aufschrift „Met Gala VIP Toilette – zu Ehren von Jeff Bezos“ und einem Korb mit leeren Plastikflaschen – eine Anspielung auf eine Sammelklage ehemaliger Amazon-Lieferfahrer, die behaupteten, sie seien gezwungen gewesen, in Flaschen zu urinieren.
Parodie-Produkte im Museumsshop
Sogar im Inneren des Metropolitan Museum of Art setzten die Aktivisten ihre Protestaktionen fort. Im Museumsshop platzierten sie parodistische Merchandise-Artikel wie dekorative Teller mit Sprüchen wie „die teuerste Midlife-Crisis der Welt“ oder „vom Mann, dessen Server ICE antreiben“.
Die Gruppe Everyone Hates Elon, die sich selbst als „Ärger für Milliardäre, eine kleine Aktion nach der anderen“ beschreibt, hat sich in den letzten Jahren einen Namen als lautstarke Kritikerin von Tech-Milliardären gemacht. Obwohl der Name auf Elon Musk anspielt, richtet sich die Gruppe mittlerweile gegen mehrere Superreiche. Bereits im vergangenen Juni sorgte sie mit einem riesigen Banner in Venedig für Aufsehen, das sich gegen Bezos‘ umstrittene Hochzeit richtete.
Prominente bleiben dem Event fern
Während die Met Gala normalerweise mit den größten Stars der Unterhaltungsbranche glänzt, bleiben einige Prominente in diesem Jahr demonstrativ fern. Die Proteste und die umstrittenen Sponsoren sorgen für eine polarisierende Stimmung rund um das Event. Ob die kreativen Aktionen der Aktivisten langfristige Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Met Gala haben werden, bleibt abzuwarten.