Meta investiert Milliarden in den Wettlauf um Künstliche Intelligenz – und zwingt seine Mitarbeiter, diese Strategie mitzutragen. In Leistungsbewertungen wird nun auch die Nutzung von KI bewertet. Doch die ständigen Entlassungswellen und die jüngste Einführung von Maus-Tracking-Software sorgen für massive Unzufriedenheit unter den Beschäftigten.

Wie Reuters berichtet, verbreitet sich derzeit eine Online-Petition bei Meta, die Mitarbeiter zum Protest gegen die Datensammlung aufruft. Zudem wurden in mehreren US-Büros Flyer an schwarzen Brettern, in Besprechungsräumen und an Getränkeautomaten aufgehängt. Die Botschaft:

"Möchten Sie nicht in einer Fabrik zur Extraktion von Mitarbeiterdaten arbeiten?"

Das Problem: Auf Firmen-Laptops können sich Mitarbeiter der Überwachung nicht entziehen. Dies wirft Fragen nach Privatsphäre und der möglichen Nutzung der gesammelten Daten auf – etwa zur Entwicklung von KI, die später Arbeitsplätze ersetzen könnte. Meta betont zwar, dass die Daten für die Verbesserung von KI-Modellen essenziell seien, räumt aber ein, dass sensible Inhalte geschützt werden.

Ein Meta-Sprecher erklärte gegenüber Fast Company:

"Wenn wir Agenten entwickeln, die Menschen bei alltäglichen Computeraufgaben unterstützen sollen, brauchen unsere Modelle echte Beispiele dafür, wie Menschen diese nutzen – etwa Mausbewegungen, Klicks oder die Navigation durch Menüs. Deshalb setzen wir ein internes Tool ein, das diese Eingaben in bestimmten Anwendungen erfasst, um unsere Modelle zu trainieren."

Die Bedenken der Mitarbeiter sind jedoch groß. Besonders brisant: Die gesammelten Daten könnten nicht nur für KI-Entwicklung, sondern auch für die Überwachung der Belegschaft genutzt werden. Meta versichert zwar, dass „Schutzmechanismen für sensible Inhalte“ existieren, doch viele Mitarbeiter bleiben skeptisch.

Die wachsende Unzufriedenheit bei Meta ist Teil eines größeren Trends in der Tech-Branche. Während Unternehmen wie LinkedIn, Coinbase, Cloudflare und PayPal in den letzten Wochen Massenentlassungen ankündigten, formiert sich bei Meta nun offener Widerstand. Mitarbeiter berufen sich dabei auf den National Labor Relations Act, der das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung am Arbeitsplatz schützt. Die Petition und die Flyer verweisen explizit auf dieses Gesetz und fordern bessere Arbeitsbedingungen.

Die Proteste bei Meta zeigen, dass die rasante Einführung von KI nicht nur die Konkurrenz unter Tech-Konzernen anheizt, sondern auch neue Formen des Arbeitskampfes hervorbringt. Während Überwachungstechnologien in der Vergangenheit oft stillschweigend hingenommen wurden, formiert sich nun zunehmend Widerstand – besonders in einem Unternehmen, das selbst eine Vorreiterrolle in der KI-Entwicklung beansprucht.