Kampagne für AI-Websites lockt mit schnellem Geld
Das von Meta für 2 Milliarden Dollar übernommene Unternehmen Manus wirbt aktuell mit einer umstrittenen Kampagne für seine AI-gestützten Webdesign-Tools. Die Botschaft: Einfacher und schneller Reichtum durch den Verkauf von Websites an lokale Unternehmen.
Die Strategie klingt verlockend: Manus nutzt AI, um Websites für lokale Geschäfte zu erstellen – selbst für Unternehmen ohne oder mit schlechter Online-Präsenz. Anschließend sollen Verkäufer diese Websites an die Unternehmen verkaufen und so Provisionen verdienen. Eine klassische get-rich-quick-Masche, die nun über Social Media beworben wird.
Influencer verbreiten die Kampagne – oft ohne klare Kennzeichnung
Um die Reichweite zu erhöhen, zahlte Manus Content-Creators dafür, auf Plattformen wie Instagram, YouTube und TikTok für das AI-Tool zu werben. Die Videos und Posts präsentierten die Technologie als einfache Einnahmequelle – doch viele dieser Beiträge verschleierten die Verbindung zum Unternehmen. Erst nach Nachfragen der The Verge wurden einige TikTok-Accounts gelöscht.
Besonders problematisch: Einige dieser Posts erschienen später sogar als offizielle Werbeanzeigen für Manus, während die ursprünglichen Creator-Accounts ihre Zusammenarbeit mit dem Unternehmen kaschierten. Eine Praxis, die bei Social-Media-Werbung oft als versteckte Werbung kritisiert wird.
Fragwürdige Versprechen – hohe Risiken für Nutzer
Experten warnen vor den Risiken solcher Kampagnen. Zwar verspricht Manus schnelle Gewinne, doch der Verkauf von Websites an lokale Unternehmen ist kein garantierter Erfolg. Viele Geschäfte haben weder Bedarf noch Budget für teure AI-Lösungen. Zudem bleibt unklar, wie nachhaltig solche Geschäftsmodelle sind – besonders, wenn sie auf aggressiver Werbung statt auf tatsächlichem Nutzen basieren.
Die Kampagne wirft auch Fragen zur Transparenz auf: Wie eng ist Manus tatsächlich mit Meta verbunden? Während Meta die Übernahme bestätigte, bleibt unklar, inwieweit das Unternehmen in die Werbestrategie eingebunden ist. Eine offizielle Stellungnahme von Meta oder Manus zu den Vorwürfen steht bisher aus.
Hintergrund: Meta und die AI-Strategie
Die Übernahme von Manus durch Meta im letzten Jahr unterstreicht den Fokus des Tech-Giganten auf künstliche Intelligenz. Doch während Meta in eigene AI-Projekte investiert, wirft die aktuelle Kampagne Fragen nach ethischen Standards und Verbraucherschutz auf. Besonders problematisch ist die gezielte Ansprache von Kleinunternehmern, die oft weniger Erfahrung mit digitalen Geschäftsmodellen haben.
Die The Verge berichtete erstmals über die Kampagne und deckte die Verbindungen zwischen Manus und den Influencern auf. Die Enthüllung zeigt einmal mehr, wie schwer es ist, versteckte Werbung auf Social Media zu kontrollieren – trotz strengerer Richtlinien.
Fazit: Vorsicht vor schnellen Versprechen
Die Kampagne von Manus ist ein Beispiel dafür, wie fragwürdig einige AI-basierte Geschäftsmodelle sein können. Während die Technologie selbst Potenzial hat, wirft die aggressive Vermarktung berechtigte Zweifel auf. Verbraucher und Unternehmen sollten genau prüfen, bevor sie auf solche get-rich-quick-Angebote hereinfallen.
„Die Verbindung zwischen Manus und den Influencern war oft nicht transparent – ein klassisches Beispiel für versteckte Werbung.“
– The Verge