Ein Gericht in Connecticut hat den Antrag eines Motorradfahrers auf ein Diversionsprogramm abgelehnt. Der 22-jährige Brice Bennett, Betreiber des YouTube-Kanals S1KRocket, soll über Jahre hinweg Videos veröffentlicht haben, die ihn mit Geschwindigkeiten zwischen 100 und 200 Meilen pro Stunde (ca. 160–320 km/h) auf öffentlichen Straßen zeigen.

Die Anklage stützt sich auf 88 hochgeladene Clips, in denen Bennett laut Staatsanwalt Owen Kivela mit extrem hohen Geschwindigkeiten unterwegs war. Einige Aufnahmen sollen sogar Geschwindigkeiten von über 180 mph (290 km/h) und nahe 200 mph (322 km/h) dokumentieren. Die Ermittler verfolgten Bennett mithilfe dieser Videos, nachdem sie ihn nicht direkt bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung erwischen konnten.

Bennetts Verteidiger argumentierte, dass sein Mandant sein Verhalten seit der Anklage geändert habe. Er habe Fahrsicherheitskurse absolviert, eine Therapie besucht und sei sogar nach Tennessee gezogen. Zudem entschuldigte er sich im Gerichtssaal und bezeichnete seine früheren Aktionen als „unglaublich dumm“.

Doch trotz dieser Beteuerungen führt Bennett seinen YouTube-Kanal weiter – und zeigt darin weiterhin riskante Fahrmanöver auf öffentlichen Straßen, oft mitten im Verkehr. Einige Videos könnten sogar als Verherrlichung von Raserei interpretiert werden.

Richter sieht keine Grundlage für milde Strafe

Richter Paul Doyle begründete seine Entscheidung, Bennett nicht in das „Accelerated Rehabilitation Program“ (AR-Programm) aufzunehmen, mit der Menge und Wiederholung der Vorwürfe. „Das Gericht ist der Auffassung, dass das AR-Programm die Vorwürfe nicht ausreichend berücksichtigen kann“, erklärte Doyle. Das Programm ist normalerweise für Ersttäter gedacht, die sich kooperativ zeigen und ihr Verhalten ändern.

Bennett muss nun auf ein neues Gerichtstermin warten, bei dem über ein mögliches Geständnis verhandelt werden soll. Seine aktuellen Videos zeigen ein manipuliertes Tachometer, das mit Aufklebern überklebt ist – eine Maßnahme, die die genaue Geschwindigkeitsanzeige erschwert. Doch selbst diese Manipulation kann nicht verhindern, dass Ermittler und Internet-Rechercheure anhand von Straßenmarkierungen, Verkehrsschildern und Zeitlupenanalysen die gefahrenen Geschwindigkeiten rekonstruieren können.

YouTube als Beweismittel gegen den Fahrer

Die Nutzung sozialer Medien als Beweismittel wird in solchen Fällen immer häufiger. Behörden und private Ermittler nutzen mittlerweile fortschrittliche Techniken, um Geschwindigkeiten aus Videos zu berechnen. Selbst wenn Bennett seine Videos mit manipulierten Anzeigen versieht, könnte jede neue Veröffentlichung neue Beweise gegen ihn liefern.

Der Fall wirft erneut Fragen über die Verantwortung von Influencern auf, die gefährliches Verhalten in sozialen Medien verbreiten. Während Bennett behauptet, sich geändert zu haben, zeigen seine Online-Aktivitäten weiterhin ein anderes Bild.

Quelle: CarScoops