Der Strafprozess gegen den freien NFL-Empfänger Stefon Diggs endete am Montag und Dienstag mit einem Freispruch. Doch der Fall wirft wichtige Fragen auf: Warum wurde Diggs überhaupt angeklagt? Welche Fehler begingen Staatsanwaltschaft und Zeugin? Hier sind fünf zentrale Erkenntnisse aus dem Verfahren.
1. Die Anklage versagte bei der Prüfung des Falls
Die Staatsanwaltschaft hätte den Fall von Anfang an ablehnen müssen. Die Zeugin Mila Adams behauptete, von Diggs geschlagen und gewürgt worden zu sein. Doch ihre Aussage war voller Widersprüche und verlor schnell an Glaubwürdigkeit. Die Jury folgte ihrer Darstellung nicht – insbesondere nicht in den entscheidenden Punkten.
Die Staatsanwaltschaft hätte erkennen müssen, dass die Zeugin nicht überzeugend war. Sie hätte ihre Aussagen in Vorverhören strenger hinterfragen müssen, um ihre Glaubwürdigkeit zu testen. Stattdessen wurde Diggs mit einem teuren und belastenden Prozess konfrontiert – obwohl die Beweislage von Anfang an schwach war.
Ein Staatsanwalt hat die Pflicht, sorgfältig zu prüfen, ob eine Anklage Aussicht auf Erfolg hat. Ein Polizeibericht allein reicht nicht aus. Die Entscheidung, jemanden strafrechtlich zu verfolgen, liegt in der Verantwortung der Staatsanwaltschaft – und hier wurde sie nicht verantwortungsvoll ausgeübt.
2. Die Zeugin war schlecht vorbereitet
Eine Zeugin muss verstehen, wie ein Gerichtsverfahren abläuft. Mila Adams schien jedoch nicht zu wissen, dass ihre Aussage einer strengen Prüfung unterzogen würde. Sie war nicht in der Lage, die offensichtlichen Schwächen ihrer Darstellung überzeugend zu erklären.
Besonders auffällig: Adams zeigte nach der angeblichen Tat keine erkennbaren Verletzungen. Sie dokumentierte diese nicht mit Fotos oder Videos. Zudem gab es Unstimmigkeiten in ihrer finanziellen Motivation. Sie behauptete, als Diggs‘ persönliche Köchin unterbezahlt worden zu sein – doch die Verteidigung präsentierte Beweise, die das Gegenteil nahelegten.
Noch fragwürdiger: Adams versuchte, ihre Forderung nach Schadensersatz als reine Entschädigung für die angebliche Tat darzustellen. Gleichzeitig behauptete sie, andere hätten sich für sie eingesetzt – obwohl sie keinerlei Verletzungen hatte, die sie an normalen Aktivitäten gehindert hätten.
3. Keine Beweise für die Anschuldigungen
Die Verteidigung legte Beweise vor, die Adams‘ Darstellung widerlegten. Es gab keine medizinischen Unterlagen, keine Fotos von Verletzungen und keine Zeugen, die ihre Version stützten. Die Staatsanwaltschaft hätte diese Lücken erkennen und den Fall fallen lassen müssen.
4. Diggs hätte nie angeklagt werden dürfen
Basierend auf den im Prozess vorgelegten Beweisen hätte Diggs nie angeklagt werden dürfen. Die Staatsanwaltschaft hätte erkennen müssen, dass sie keine ausreichenden Beweise hatte, um eine Verurteilung zu erreichen. Ein Freispruch war von Anfang an wahrscheinlich.
5. Der Fall zeigt Versäumnisse im Justizsystem
Dieser Fall wirft ein schlechtes Licht auf das Justizsystem. Eine Anklage sollte nicht leichtfertig erhoben werden, nur weil jemand eine Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft trägt eine große Verantwortung – und hier wurde sie nicht erfüllt. Diggs musste sich einem teuren und belastenden Prozess stellen, obwohl die Beweislage von Anfang an fragwürdig war.
"Ein Staatsanwalt muss sorgfältig prüfen, ob eine Anklage Aussicht auf Erfolg hat. Ein Polizeibericht allein reicht nicht aus. Die Entscheidung, jemanden strafrechtlich zu verfolgen, liegt in der Verantwortung der Staatsanwaltschaft – und hier wurde sie nicht verantwortungsvoll ausgeübt."