Ein US-Krankenhaussystem hat seine umstrittenen Pläne zur Ausgliederung von Notfallärzten in Oregon nach massiver Kritik und einer gerichtlichen Niederlage zurückgenommen. PeaceHealth, ein gemeinnütziges Gesundheitssystem, gab am Mittwoch bekannt, dass es seine Absicht aufgegeben hat, die Notfallmedizin in seinen Krankenhäusern an die nationale Ärztegruppe ApolloMD zu vergeben.

Die Entscheidung folgt auf eine Welle von Protesten und eine Klage, die das Vorhaben zum Scheitern verurteilte. PeaceHealth hatte im Februar angekündigt, die Zusammenarbeit mit Eugene Emergency Physicians zu beenden – einer lokalen Ärztegruppe, die seit 35 Jahren die Notfallversorgung in den Krankenhäusern des Systems in Oregon sichergestellt hatte.

Massiver Widerstand aus Politik und Medizin

Die Ankündigung löste landesweit Empörung aus. Ärzte, Pflegekräfte, Politiker und Notfallmediziner protestierten gegen den geplanten Wechsel. Die Kritik gipfelte in einer Klage, die am 20. März eingereicht wurde. Die Kläger argumentierten, dass PeaceHealths Pläne gegen ein neues Oregon-Gesetz verstoßen: Senate Bill 951 verbietet es sogenannten Managed Service Organizations (MSOs), medizinische Praxen direkt zu besitzen oder klinische Entscheidungen zu beeinflussen.

Gericht sieht klare Rechtsverstöße

In vier Anhörungen vor Gericht wurde deutlich, dass das Vorhaben von PeaceHealth gegen das Gesetz verstößt. Der zuständige Richter habe die Rechtswidrigkeit des Plans «sehr klar» herausgestellt, wie Hayden Rooke-Ley, Anwalt der klagenden Ärzte und Senior Fellow für Gesundheitswesen beim American Economic Liberties Project, bestätigte. Die Kläger sehen in der Entscheidung einen wichtigen Sieg für die Unabhängigkeit der medizinischen Versorgung und die Rechte lokaler Ärzte.

PeaceHealth äußerte sich nicht zu den Gründen für die Kehrtwende. Experten gehen jedoch davon aus, dass die drohende Niederlage vor Gericht die Hauptursache für die Rücknahme der Pläne war.

Quelle: STAT News