Die USA und der Iran bereiten sich auf ein neues Verhandlungswochenende in Pakistan vor. Doch die Zeichen deuten auf eine schwierige Lage hin: Kein hochrangiger US-Vertreter wie Vizepräsident JD Vance führt die Gespräche, sondern der Milliardär und Schwiegersohn von Ex-Präsident Trump, Jared Kushner, sowie der Sondergesandte Steve Witkoff. Auf iranischer Seite wird nicht der Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf verhandeln, sondern der Außenminister eine schriftliche Antwort auf ein US-Friedensangebot überreichen.

Ceasefire verlängert – aber wie lange noch?

Der seit Monaten geltende Waffenstillstand bleibt vorerst bestehen. Präsident Donald Trump verlängerte ihn in einem Social-Media-Post bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Iran ein „einheitliches Friedensangebot“ vorlegt. Experten deuten dies als Indiz dafür, dass die Waffenruhe bis auf Weiteres Bestand haben könnte – oder bis Trump eine andere Entscheidung trifft. Ursprünglich sollte der Waffenstillstand am Dienstagabend auslaufen.

Wer verhandelt – und wer nicht?

Die Abwesenheit von Vizepräsident JD Vance ist ein schlechtes Omen, wie Beobachter betonen. Stattdessen führt Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn und Milliardär mit engen Geschäftsbeziehungen zu Golfstaaten, die US-Delegation an. Sein Mitstreiter Steve Witkoff, Sondergesandter für den Nahen Osten, komplettiert das Team. Auf iranischer Seite übernimmt der Außenminister die Verhandlungen – nicht der einflussreiche Parlamentssprecher Ghalibaf, der sonst oft als Verhandlungsführer agiert.

Die New York Times berichtet, dass der Iran seine Antwort auf das US-Friedensangebot schriftlich einreichen wird. Ob dies zu substantiellen Fortschritten führt, bleibt fraglich.

Strait of Hormuz: Eine blockierte Lebensader

Die strategisch wichtige Meerenge bleibt weitgehend gesperrt. Die USA halten ihre Blockade iranischer Schiffe und Häfen aufrecht, während der Iran seinerseits den Schiffsverkehr in der Region kontrolliert. Erst vor wenigen Tagen feuerte der Iran auf mindestens drei Schiffe, die die Meerenge passieren wollten. Gleichzeitig beschlagnahmte die US-Marine am vergangenen Wochenende ein iranisches Schiff.

Die anhaltende Blockade treibt die Ölpreise in die Höhe und verschärft die globalen wirtschaftlichen Folgen des Krieges – von steigenden Lebensmittel- und Kraftstoffpreisen bis hin zu Engpässen bei Konsumgütern.

Was kommt nach den Gesprächen?

Die Erwartungen sind gering. Experten warnen, dass die Abwesenheit hochrangiger Verhandler wie Vance kein gutes Zeichen ist. Trump selbst betonte in einem Post am Donnerstag die US-Dominanz in der Region:

„Wir haben die volle Kontrolle über die Straße von Hormuz. Sie ist komplett abgeriegelt, bis der Iran ein ABKOMMEN schließt!“

Ob die Gespräche tatsächlich zu einer Deeskalation führen, bleibt offen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Diplomatie eine Chance hat – oder ob die Blockadepolitik weiter eskaliert.

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Quelle: Vox