EAGAN, MN. – Im April 2024 präsentierten die Minnesota Vikings ihren Erstrunden-Pick Caleb Banks, einen Defensive Lineman der University of Florida, vor Journalisten. An seiner Seite standen unter anderem Besitzer Mark Wilf, der interimistische General Manager Rob Brzezinski und Head Coach Kevin O’Connell. (Foto: Elizabeth Flores/The Minnesota Star Tribune via Getty Images)

Ein schlechter Draft ist nicht zwangsläufig das Ergebnis von Fehlentscheidungen oder verpassten Bedürfnissen. Oft scheitert es an der falschen Einschätzung des verfügbaren Spielerpools zum Zeitpunkt der Auswahl. Genau das verbindet die vier Teams, die in unseren finalen Draft-Bewertungen 2026 die schlechtesten Noten erhielten. Doch Achtung: Ein Scheitern im Draft bedeutet nicht, dass eine Mannschaft komplett versagt hat – schließlich wird jeder Pick irgendwann zu einem Spieler. Die Frage ist nur, ob dieser Spieler langfristig einen Unterschied macht oder nur ein kurzlebiger Rotationsspieler bleibt.

Vielleicht liegt unsere Einschätzung auch falsch. Möglicherweise wirkt ein Team in ein paar Jahren wie ein Narr – oder der Draft 2026 wird rückblickend als Wendepunkt für eine Franchise gefeiert. Hier sind die vier Teams mit den niedrigsten Bewertungen und die Gründe dafür:

Denver Broncos

Durch den Trade für Jaylen Waddle fehlten den Broncos wertvolle Draft-Picks. Dennoch gelang es ihnen nicht, in den verbleibenden Runden überzeugende Talente an Land zu ziehen. Ihr bester Pick war ein Running Back aus der mittleren Runde – ein Spieler, der kaum als Game-Changer gelten kann.

Jacksonville Jaguars

Die Jaguars ignorierten die allgemeine Draft-Prognose komplett und trafen völlig unerwartete Entscheidungen. Ihr Zweitrunden-Pick war ein Inline-Blocking-Tight End, der kaum fangen kann – eine Position, die sie eigentlich nicht priorisierten.

Los Angeles Rams

Die Rams wählten Ty Simpson an 14. Stelle – eine Entscheidung, die viele Experten als zu riskant und unnötig kreativ kritisierten. Zudem gelang es dem Team nicht, durch andere Picks signifikante Verbesserungen zu erzielen.

Minnesota Vikings

Die Vikings verpflichteten Caleb Banks, einen Defensive Tackle mit chronischen Fußproblemen und einer langen Verletzungsgeschichte. Zudem verpassten sie es, ihre schwache Secondary nachhaltig zu stärken. Doch trotz dieser Kritikpunkte könnte sich ihr Draft noch als Überraschungserfolg entpuppen.

Warum die Minnesota Vikings das Potenzial für eine Kehrtwende haben

Während viele Analysten die Rams als möglichen Kandidaten für eine Aufwertung ihrer Note nennen würden – schließlich könnte Ty Simpson der zukünftige Franchise-Quarterback sein –, setzen wir auf die Vikings. Der Grund: Ein fehlender General Manager lastete schwer auf dem Team. Head Coach Kevin O’Connell und Defensive Coordinator Brian Flores mussten die Draft-Entscheidungen maßgeblich mitgestalten. Besonders Flores’ Einfluss könnte sich als entscheidend erweisen.

Flores ist bekannt für seine Expertise in der Defensive und seine Fähigkeit, Talente optimal einzusetzen. Banks mag Verletzungsprobleme haben, doch er ist athletisch, explosiv und in kurzen Spielzügen dominant. Mit einem gezielten NFL-Konditionsprogramm könnten seine Defizite ausgeglichen werden. Sollte Flores recht behalten, könnte Banks zu einem Schlüsselspieler werden – und die Vikings ihren Draft 2026 doch noch in eine Erfolgsgeschichte verwandeln.

„Ein Draft ist kein Scheitern, solange man einen Plan hat. Die Vikings setzen auf einen Spieler mit hohem Potenzial – und das könnte sich auszahlen.“
Quelle: SB Nation