Eine Hockey-Romanze mit Charme statt Leidenschaft

Prime Video hat mit Off Campus eine neue romantische Dramaserie veröffentlicht, die Hockey-Fans und Romantik-Liebhaber gleichermaßen anspricht. Wer hier jedoch auf eine zweite Heated Rivalry hofft, könnte enttäuscht werden. Denn während beide Serien auf beliebten Romanreihen basieren und das Hockey-Genre bedienen, setzen sie unterschiedliche Schwerpunkte.

Im Gegensatz zu Heated Rivalry, das mit leidenschaftlichen Szenen und intensiven Emotionen punktete, setzt Off Campus auf eine leichtere, herzerwärmende Note. Die Serie wurde bereits im Februar für eine zweite Staffel verlängert – ein Zeichen für ihre Beliebtheit, auch wenn sie nicht denselben Kultstatus wie ihr Vorbild erreicht.

Ein Campus, zwei Welten und eine ungewöhnliche Romanze

Off Campus spielt an der fiktiven Briar University in Massachusetts und folgt dem College-Hockeyteam sowie den Liebesgeschichten seiner Mitglieder. Die erste Staffel adaptiert den Roman The Deal von Elle Kennedy aus dem Jahr 2015 und konzentriert sich auf zwei zentrale Figuren:

  • Garrett Graham (Belmont Cameli): Der talentierte Teamkapitän ist der Sohn eines ehemaligen NHL-Legenden (Steve Howey) und bereits von den Boston Bruins gedraftet. Auf dem Campus genießt er Kultstatus – seine zahlreichen Fans werden liebevoll als „Puck Bunnies“ bezeichnet.
  • Hannah Wells (Ella Bright): Die Musikstudentin arbeitet in drei Minijobs, um ihr Studium zu finanzieren, nachdem die Finanzierung ihres Fachbereichs gestrichen wurde. Sie hasst Hockey, hält den Sport für sinnlose Gewalt und kritisiert die Privilegien des Teams – eine Haltung, die nicht ganz unberechtigt ist.

Die beiden Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch nach einem peinlichen ersten Zusammentreffen geraten sie immer wieder aneinander. Garrett muss sogar endlich ihren Namen lernen. Um ihre eigene Agenda voranzutreiben, schlägt Hannah ihm ein Geschäft vor: Sie wird ihm in Philosophie Nachhilfe geben, und er spielt im Gegenzug den verliebten Freund, um ihren eigentlichen Schwarm, den Frontmann einer Emo-Band (Josh Heuston), eifersüchtig zu machen. Dass dieser nur an ihr interessiert ist, wenn sie mit jemand anderem zusammen ist, wirft jedoch einige Fragen auf.

Von der Freundschaft zur Liebe – mit Charme statt Feuer

Wer mit romantischen Serien vertraut ist, wird die Handlung erahnen: Aus der rein geschäftlichen Beziehung zwischen Garrett und Hannah entwickelt sich zunächst eine Freundschaft und schließlich eine Romanze. Doch anders als in vielen anderen Produktionen dieser Art steht hier nicht die Leidenschaft, sondern die emotionale Verbindung im Vordergrund. Die Sexszenen – von denen es einige gibt – wirken eher zurückhaltend, und die Chemie zwischen den Hauptdarstellern entfaltet sich subtiler als in vergleichbaren Serien.

Die Dynamik zwischen den beiden Protagonisten erinnert an klassische Romantik-Klischees: die ehrgeizige, dunkelhaarige Perfektionistin und der gelegentlich gewalttätige, lockenköpfige Sportler mit Vaterkomplexen. Doch gerade diese scheinbare Vorhersehbarkeit macht die Serie sympathisch. Belmont Cameli, der mit 28 Jahren eigentlich zu alt für die Rolle des College-Studenten ist, spielt seine Figur mit einer charmanten Mischung aus Unbekümmertheit und Verletzlichkeit – eine Besetzung, die überzeugt.

Fazit: Eine unterhaltsame, aber harmlose Hockey-Romanze

Off Campus ist keine Serie für Fans von intensiven Emotionen oder expliziten Szenen. Stattdessen setzt sie auf eine leichtgewichtige, aber charmante Handlung, die vor allem durch die sympathischen Hauptdarsteller und eine Prise Humor überzeugt. Wer nach einer entspannten Romantik mit Hockey-Flair sucht, könnte hier fündig werden. Wer jedoch auf Feuer und Leidenschaft aus ist, sollte besser zu Heated Rivalry greifen.

„Off Campus ist weniger eine explosive Romanze als vielmehr eine herzerwärmende Geschichte über zwei Menschen, die lernen, einander wirklich zu sehen.“