Die erste Runde des NFL-Drafts 2026 hielt einige Überraschungen bereit: Die Titans wählten Carnell Tate an Position 4, Spieler wie Caleb Downs, Rueben Bain und Makai Lemon rutschten unerwartet weit nach hinten. Doch die mit Abstand spektakulärste Entscheidung traf das Team der Los Angeles Rams, als es mit dem 13. Pick Alabama-Quarterback Ty Simpson auswählte – und damit eine Debatte über die Zukunft des Teams auslöste.

Unsere Bewertung für den Pick: C+. Nicht, weil Simpson ein schlechter Spieler wäre oder die Wahl völlig überraschend kam. Tatsächlich galt er lange als möglicher Kandidat für die Rams – allerdings erst an Position 29. Der Tausch des ursprünglichen Picks für Trent McDuffie machte den Deal noch undurchsichtiger. Die eigentliche Kritik zielt darauf ab, dass die Rams mit Simpson einen Quarterback für die Zeit nach Matthew Staffords Karriere wählten – obwohl das Team aktuell auf Sieg getrimmt ist.

Die Zweifel an der Entscheidung verstärkten sich, als Head Coach Sean McVay nach dem Draft bei den Worten von General Manager Les Snead zur neuen Verpflichtung alles andere als begeistert wirkte. Zwar könnte es sich um eine typische "Coach-Miene" handeln, doch McVays Reaktion sprach Bände: Er schwieg während der Pressekonferenz fast vollständig und äußerte sich in seinen Statements so zurückhaltend, dass Zweifel an seiner Zustimmung zur Wahl aufkamen.

In seiner Pressekonferenz nach dem Draft erklärte McVay:

"Wir haben die Bedeutung von Jimmy [Garoppolo] besprochen. Es ist wichtig, jemanden zu verpflichten, dessen Spielweise – wie wir sie bei Alabama gesehen haben – viele Konzepte und Bewegungen beinhaltet, die auch bei uns Anwendung finden. Ryan Grubb hat Dinge umgesetzt, die unserem System sehr ähneln. Deshalb fiel die Evaluation leichter: Wie würde das bei uns funktionieren?"

Die Wortwahl McVays wirkt eher wie die eines Trainers, der über einen Spieler aus der dritten Runde spricht – nicht über einen Top-15-Pick. Besonders auffällig, wenn man bedenkt, dass zu diesem Zeitpunkt noch talentierte Alternativen wie Makai Lemon, Kenyon Sadiq oder Safety Dillon Thieneman verfügbar waren. Diese hätten die Pass-Offense oder die Secondary der Rams sofort verstärkt.

Ob die Wahl Simpsons langfristig ein Geniestreich oder ein Fehler war, wird sich frühestens in zwei Jahren zeigen. Doch schon jetzt wirft die Entscheidung Fragen auf – vor allem wegen der sichtbaren Skepsis McVays.

Quelle: SB Nation