Während der Ära des Nintendo DS entschied sich Nintendo, keine Produkte mehr an Amazon zu verkaufen. Wie der ehemalige Präsident von Nintendo of America, Reggie Fils-Aimé, in einer kürzlichen Vorlesung an der New York University (NYU) erklärte, lag dies daran, dass Amazon unfaire Vorzugsbehandlungen einforderte. Diese hätten nicht nur die Beziehungen zu anderen Händlern belastet, sondern möglicherweise auch gegen geltendes Recht verstoßen.

Die beiden Konzerne haben ihre Differenzen mittlerweile beigelegt. Heute ist die Nintendo Switch 2 problemlos über Amazon erhältlich. Doch über Jahre hinweg waren Nintendo-Konsolen auf der Plattform kaum verfügbar. In den 2000er-Jahren expandierte Amazon aggressiv über den Buchhandel hinaus und versuchte, durch aggressive Preispolitik Konkurrenten wie Walmart zu unterbieten. Fils-Aimé betonte, dass Amazon selbst vor illegalen Praktiken nicht zurückschreckte, um seine Marktmacht auszubauen.

Die Enthüllungen werfen ein Licht auf die frühen Konflikte zwischen traditionellen Händlern und dem aufstrebenden E-Commerce-Giganten. Während Amazon heute ein zentraler Vertriebskanal für viele Hersteller ist, zeigen die damaligen Spannungen, wie umstritten die Geschäftspraktiken des Konzerns bereits in seinen Anfängen waren.

Quelle: The Verge