Rivian hat die Pläne für sein neues Werk in Georgia grundlegend überarbeitet. Die Produktionskapazität der Anlage soll nun auf 300.000 Fahrzeuge jährlich steigen – 100.000 mehr als ursprünglich geplant. Das Unternehmen begründet dies mit einer Senkung der Stückkosten und zusätzlichem Spielraum für spätere Kapazitätserweiterungen.
Parallel dazu wurde ein staatliches Darlehen des US-Energieministeriums (DOE) von 6,6 auf 4,5 Milliarden Dollar reduziert. Die Anpassung sei „abgestimmt auf die aktualisierte Werksplanung und die erste Produktionsphase“, wie Rivian mitteilte. Ursprünglich war das Darlehen für zwei Phasen mit einer Gesamtkapazität von 400.000 Fahrzeugen pro Jahr ausgelegt. Die neue Vereinbarung sieht nun nur eine Phase vor, ermöglicht aber eine schnellere Mittelverfügbarkeit und höhere Anfangsproduktion.
Die Mittel aus dem Darlehen sollen ab 2027 fließen. Die Produktion im Werk Stanton Springs North soll Ende 2028 starten. Noch in diesem Frühjahr beginnt die vertikale Bauphase. Aktuell laufen bereits Vorbereitungen für den Bau der Stanzpressen – eine der kapitalintensivsten und technisch anspruchsvollsten Komponenten der Anlage.
Erste Quartalszahlen: Produktion und Verluste
Neben den Werkplänen veröffentlichte Rivian die Zahlen für das erste Quartal: Das Unternehmen baute 10.236 Fahrzeuge und lieferte 10.365 an Kunden aus. Der Umsatz stieg um 11 % auf 1,38 Milliarden Dollar. Trotz eines Nettoverlusts von 416 Millionen Dollar – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal (541 Millionen Dollar Verlust) – verzeichnete Rivian einen Gewinn von 506 Millionen Dollar aus anderen Einkünften, darunter eine Kapitalerhöhung und die Entkonsolidierung von Mind Robotics.
Für 2026 bleibt die Prognose jedoch vorsichtig: Rivian erwartet die Auslieferung von 62.000 bis 67.000 Fahrzeugen. Die angepasste EBITDA-Schätzung liegt bei einem Verlust von 1,8 bis 2,1 Milliarden Dollar.