Spike Lee, Regisseur des Musikvideos zu Michael Jacksons Hit „They Don’t Care About Us“ und zweier Dokumentationen über den Popstar, zeigt Verständnis für die Entscheidung, die Missbrauchsvorwürfe gegen Jackson in dem neuen Film „Michael“ (2026) nicht zu thematisieren.
In einem Interview mit CNN-Moderatorin Laura Coates erklärte Lee, den Film bereits zweimal gesehen zu haben – und beide Male genossen zu haben. Auf die Kritik an der fehlenden Darstellung der Vorwürfe erwiderte er:
„Erstens: Wenn du ein Filmkritiker bist und dich über all das andere beschwerst – aber der Film endet 1988. Die Vorwürfe, über die du sprichst, kamen später. Du kritisierst den Film also für etwas, das du gerne drin hättest, das aber nicht in die Handlung passt. Trotzdem haben die Menschen weltweit ihre Liebe zu Michael gezeigt.“
Lee äußerte zudem seine persönliche Verbundenheit zu Jackson: „Ich vermisse Mike. Ich vermisse Prince. Das sind meine Brüder. Ich habe mit beiden gearbeitet. Beide waren wundervolle Menschen.“
Ursprünglich sollten die Missbrauchsvorwürfe Teil der Handlung sein. Regisseur Antoine Fuqua verriet im April gegenüber dem New Yorker, er habe Szenen gedreht, in denen Jackson „nackt ausgezogen und wie ein Tier behandelt“ wurde. Fuqua betonte, er habe einen Film konzipiert, der „provokant als Verteidigung des Stars“ hätte wirken können. Doch ein Vergleich mit der Familie eines mutmaßlichen Opfers führte zu einer Vereinbarung: Die Jackson-Nachlassverwaltung durfte die Vorwürfe nicht mehr darstellen. Der Vergleich beinhaltete eine 23-Millionen-Dollar-Zahlung und ein Verbot, die Ereignisse der Anschuldigungen zu verfilmen.
Fuqua äußerte zudem Zweifel an Jacksons Schuld: „Wenn ich von solchen Vorwürfen höre – besonders bei Schwarzen in bestimmten Positionen – gibt es immer eine Pause.“
Jackson wurde 2005 in zehn Anklagepunkten wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Jungen angeklagt. Er bestritt die Vorwürfe und wurde in allen Punkten freigesprochen.