Donald Trump hat seine geplante Ernennung von Casey Means zur neuen Surgeon General der USA zurückgezogen. Stattdessen setzt der Präsident nun auf Dr. Nicole Saphier, eine Radiologin mit Schwerpunkt Brustkrebs. Means, eine enge Verbündete von Robert F. Kennedy Jr. und Verfechterin seiner MAHA-Bewegung ("Make America Healthy Again"), galt lange als Favoritin für das Amt des obersten US-Gesundheitsbeamten.

Means’ Nominierung scheiterte jedoch an massiver Kritik, insbesondere an ihren Positionen zu Impfungen, Kinderheilkunde und ihrer fehlenden aktiven medizinischen Lizenz. Der Posten des Surgeon General wird traditionell mit einem praktizierenden Arzt besetzt. Means, 38, schloss zwar die medizinische Fakultät der Stanford University ab, verließ aber ihr chirurgisches Residenzprogramm vorzeitig. Sie begründete diesen Schritt damit, sich auf die "wahren Ursachen amerikanischer Krankheiten" konzentrieren zu wollen. Stattdessen gründete sie ein Gesundheits-Startup zur Blutzuckerkontrolle und nutzte Social Media für bezahlte Werbung im Wellness-Bereich.

Besonders umstritten waren Means’ Aussagen vor ihrer offiziellen Nominierung: Sie bezeichnete hormonelle Verhütungsmittel als "Respektlosigkeit gegenüber dem Leben", bezeichnete die Hepatitis-B-Impfung für Neugeborene als "absoluten Wahnsinn" und kritisierte die Einnahme von GLP-1-Medikamenten – ein Thema, das auch Trump selbst als Gesundheitsziel priorisiert. Trotz dieser Kontroversen unterstützte Kennedy Means weiterhin uneingeschränkt:

"Casey Means ist die eloquenteste und gebildetste Fürsprecherin der MAHA-Bewegung."

Means’ Nominierung stieß auf Widerstand von Republikanern, darunter die Senatorinnen Lisa Murkowski (Alaska), Susan Collins (Maine) und Bill Cassidy (Vorsitzender des Gesundheitsausschusses). Murkowski hatte Means in einer Anhörung zu ihren Impfpositionen befragt, ohne sich klar für Kinderimpfungen auszusprechen. Means selbst gab an, dass drei republikanische Senatoren ihre Nominierung blockiert hätten:

"Dadurch haben sie eine Abstimmung verhindert, die meine Qualifikationen bewertet hätte."

Trumps neue Kandidatin, Dr. Nicole Saphier, bringt dagegen alle geforderten Qualifikationen mit: Sie ist praktizierende Ärztin und hat sich in ihrer Karriere auf die Begleitung von Brustkrebspatientinnen sowie die Früherkennung und Prävention von Krebs spezialisiert. Trump lobte sie in einem Post auf Truth Social als "Star-Ärztin", die sich unermüdlich für die Gesundheit von Frauen einsetze. Saphier veröffentlichte 2020 das Buch "Make America Healthy Again", in dem sie Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung betont – zentrale Themen der MAHA-Bewegung.

Die Entscheidung markiert einen Wendepunkt in der Gesundheitsstrategie der Trump-Administration. Während Means als Symbolfigur der MAHA-Bewegung galt, setzt Trump nun auf eine Ärztin mit nachweisbarer Expertise. Die Frage bleibt, wie sich dies auf die öffentliche Gesundheitskommunikation auswirken wird – insbesondere in kontroversen Themen wie Impfungen oder Medikamentenempfehlungen.