Washington – In einer überraschenden Kehrtwende räumt die Trump-Administration ein, dass ihre protektionistische Handelspolitik die Verbraucherpreise in den USA in die Höhe treibt. Während Top-Berater wie Kevin Hassett die steigenden Kreditkartenzahlungen als Zeichen einer «starken Wirtschaft» feiern, zeigt sich nun selbst Präsident Donald Trump besorgt über die wachsende finanzielle Belastung der Bürger.
In einem aktuellen Interview mit dem Sender MSNBC analysierte Politikredakteur Sam Stein gemeinsam mit Moderatorin Katy Tur die zunehmend verzweifelten Versuche der Regierung, die wirtschaftliche Lage trotz anhaltender Inflation und sinkender Kaufkraft zu beschönigen. Während Hassett die hohe Konsumfreude der Amerikaner als Indikator für eine robuste Konjunktur deutete, wird nun klar: Die Realität sieht anders aus.
Als direkte Reaktion auf die grassierende Teuerung plant Trump nun konkrete Maßnahmen, um die Belastung der Haushalte zu lindern. Dazu gehört ein bundesweiter Stopp der Benzinsteuer für die Sommermonate sowie die Lockerung von Importzöllen auf Rindfleisch, um die Lebensmittelpreise zu senken. Experten sehen darin ein Eingeständnis, dass die bisherigen Zollpolitik nicht wie versprochen funktioniert hat.
Die Ankündigungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Inflation in den USA weiter bei über 3 % liegt und viele Haushalte unter den gestiegenen Kosten für Grundnahrungsmittel und Energie leiden. Kritiker werfen der Regierung vor, mit solchen kurzfristigen Maßnahmen nur die Symptome zu bekämpfen, ohne die strukturellen Probleme der Wirtschaft anzugehen.
Die geplante Benzinsteuerbefreiung würde laut Schätzungen den durchschnittlichen Autofahrer um etwa 18 Cent pro Gallone entlasten. Die Lockerung der Rindfleischzölle soll vor allem die Preise in Supermärkten senken, die in den letzten Monaten stark gestiegen sind. Ob diese Schritte ausreichen, um das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen, bleibt jedoch fraglich.
Die Opposition nutzt die Situation, um die Wirtschaftspolitik der Regierung scharf zu kritisieren. «Präsident Trump hat jahrelang auf Zölle gesetzt, um die Wirtschaft zu stärken – doch jetzt, wo die Preise explodieren, versucht er mit halben Maßnahmen gegenzusteuern», so ein Sprecher der Demokratischen Partei. «Das ist kein Plan, sondern ein Eingeständnis des Scheiterns.»
Die nächsten Monate werden zeigen, ob die geplanten Maßnahmen die Inflation bremsen können oder ob die Regierung weitere Schritte einleiten muss. Fest steht: Die wirtschaftliche Lage bleibt eines der drängendsten Themen im Vorfeld der kommenden Wahlen.