US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag zu einem zweitägigen Gipfel mit Chinas Staatschef Xi Jinping nach China aufgebrochen – begleitet von einer illustren Runde amerikanischer Spitzenmanager. Unter den rund 15 Teilnehmern befanden sich nicht nur CEOs globaler Konzerne wie Tesla, Apple und BlackRock, sondern auch Trumps eigener Sohn Eric sowie dessen Ehefrau Lara.
Die Teilnahme von Trumps Sohn wirft erneut Fragen nach möglichen Interessenkonflikten auf. Während das Weiße Haus betont, Eric Trump nehme die Reise in «privater Eigenschaft» wahr, erinnert dies stark an die Kritik, die Trump selbst einst an der geschäftlichen Tätigkeit von Joe Bidens Sohn Hunter übte. Als Executive Vice President für Entwicklung bei der Trump Organization hat Eric Trump in der Vergangenheit lukrative Immobilienprojekte in Europa und dem Nahen Osten vorangetrieben – Geschäfte, die direkt seinem Vater zugutekamen. Zudem fusionierten er und sein Bruder Don Jr. kürzlich ihre börsennotierte Golfplatz-Holding mit einem US-Drohnenunternehmen, um die Lücken zu schließen, die durch das von der Trump-Administration verhängte Verbot chinesischer Drohnen entstanden waren. Ein weiterer Erfolg: Ein kürzlich abgeschlossener Regierungsauftrag unbekannter Höhe.
Obwohl die Trump Organization derzeit keine geplanten Immobilienprojekte in China verfolgt, erhielt die Familie Trump während Trumps erster Amtszeit Zahlungen in Höhe von 5,5 Millionen US-Dollar von chinesischen Staatsunternehmen für Aufenthalte in deren Ferienimmobilien – mehr als aus jedem anderen Land.
Zu den weiteren prominenten Teilnehmern der Reise zählen Elon Musk (Tesla), Tim Cook (Apple), Larry Fink (BlackRock) sowie Führungskräfte von Boeing, Meta, Visa, Mastercard, Citi, Goldman Sachs und weiteren Großkonzernen. Auch CEOs von Halbleiterherstellern wie Qualcomm, Micron und Coherent gehören zur Delegation.
Laut einem Reuters-Bericht mussten die Unternehmen vorab konkrete «tangible asks» vorlegen – also messbare Forderungen mit erwartetem Ergebnis. So strebt Tesla etwa den Kauf von Ausrüstung im Wert von 2,9 Milliarden US-Dollar für die Produktion von Solarmodulen an sowie die Zulassung für sein autonomes Fahrassistenzsystem in China, dem größten Automarkt der Welt.
Reva Goujon, Geopolitik-Expertin bei Rhodium Group, erklärte gegenüber Reuters, dass die meisten Unternehmen – mit Ausnahme von Boeing und Cargill – vor allem auf die Sicherung kritischer Lieferketten abzielen. «Das könnte der US-Administration helfen, ihre Botschaft zu untermauern, dass China ein verlässlicher Investitionspartner sein muss und Lieferketten nicht als Waffe einsetzen darf», so Goujon.
Auch der Regisseur Brett Ratner, bekannt für die umstrittene Dokumentation über Melania Trump, gehört zur Delegation. Wie der New York Post berichtet, wird Ratner während der Reise nach Drehorten für den vierten Teil der «Rush Hour»-Reihe Ausschau halten – ein Projekt, das laut Medienberichten auf Trumps ausdrücklichen Wunsch hin grünes Licht erhalten haben soll.