Die Bitcoin-Strategie der Trump-Familie steht vor einer schweren Belastungsprobe. Während Donald Trump und seine Angehörigen seit seinem Amtsantritt Milliarden durch Krypto-Investitionen angehäuft haben, drohen nun massive Verluste durch den anhaltenden Bitcoin-Crash. Die jüngste Pleite: Eric Trumps Unternehmen American Bitcoin Corp, ein mit Windkraft betriebenes Bitcoin-Mining-Unternehmen, verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Verlust von 82 Millionen Dollar – hauptsächlich aufgrund des gesunkenen Bitcoin-Kurses.
Dieses Szenario wiederholt sich bei der Trump Media and Technology Group, der Muttergesellschaft der Social-Media-Plattform Truth Social. Seit ihrer Gründung hat das Unternehmen fast 1,1 Milliarden Dollar verloren – fast ausschließlich durch Bitcoin-Investitionen. Beide Firmen setzen auf die sogenannte Bitcoin-Treasury-Strategie: Sie kaufen massiv Bitcoin und hoffen auf steigende Kurse. Doch seit sieben Monaten befindet sich der Bitcoin-Preis überwiegend im Abwärtstrend. Nach einem Höchststand von rund 126.000 Dollar Ende letzten Jahres stürzte der Kurs im Februar auf 64.856 Dollar ab. Seitdem erholte er sich leicht auf etwa 80.000 Dollar.
Die Strategie, die einst funktionierte – und nun scheitert
Die Bitcoin-Treasury-Strategie wurde maßgeblich vom Investor Michael Saylor geprägt. Sein Unternehmen MicroStrategy besitzt über 813.000 Bitcoins und erlebte damit einen rasanten Aufstieg: Die Aktie stieg von etwa 50 Dollar im Januar 2024 auf über 405 Dollar im Juli 2024. Saylor galt lange als Bitcoin-Prophet, doch seine Strategie ist gescheitert. Die Aktie von MicroStrategy stürzte auf etwa 181 Dollar ab, und der Wert des Bitcoin-Bestands brach um 12,5 Milliarden Dollar ein. Saylor kündigte daraufhin an, die Bitcoin-Ansammlung zu überdenken und stattdessen aktiv zu managen.
Eric Trump orientierte sich in der Vergangenheit stark an Saylor und dessen Erfolgsmodell. Doch die aktuellen Zahlen zeigen: Die Strategie ist riskant. Ohne steigende Bitcoin-Kurse wird sie zum Bumerang. Sollte sich der Kurs jedoch wieder erholen, könnte die Rechnung doch noch aufgehen.
Politische Hoffnung: Kann die Trump-Regierung Bitcoin retten?
Die Trump-Administration könnte in den kommenden Wochen zwei entscheidende Weichen stellen, die den Bitcoin-Preis positiv beeinflussen könnten. Zum einen die Verabschiedung des CLARITY Act, einem Gesetzesentwurf, der Kryptowährungen als legale – wenn auch leicht regulierte – Anlageform etablieren soll. Die fehlende regulatorische Klarheit gilt als eines der größten Hindernisse für institutionelle Investoren. Trump hat sich wiederholt zum Ziel gesetzt, die USA zur „Krypto-Hauptstadt der Welt“ zu machen. Doch das Gesetz steckt seit Monaten im Kongress fest, unter anderem wegen parteipolitischer Blockaden und Vorwürfen von Interessenkonflikten.
Ein weiterer Hebel könnte die Zinspolitik der US-Notenbank sein. Sollte die Federal Reserve die Leitzinsen senken, könnte dies den Bitcoin-Preis stützen, da niedrigere Zinsen Investoren in riskantere Anlagen wie Kryptowährungen treiben. Trump hat in der Vergangenheit wiederholt die Fed kritisiert und fordert eine lockere Geldpolitik.
Fazit: Ein riskantes Spiel mit ungewissem Ausgang
Die Bitcoin-Strategie der Trump-Familie ist ein hochriskantes Spiel mit hohem Einsatz. Während die Hoffnung auf eine Kurserholung besteht, zeigt die aktuelle Entwicklung, wie schnell Milliardenwerte vernichtet werden können. Sollte der Bitcoin-Preis nicht bald wieder anziehen, könnten weitere Verluste folgen – und die Trump-Unternehmen müssten ihre Strategie grundlegend überdenken.
„Die Bitcoin-Treasury-Strategie funktioniert nur, wenn der Kurs steigt – und genau das ist derzeit nicht der Fall.“