Zum ersten Mal seit Beginn der US-Bombardements gegen den Iran vor zwei Wochen standen hochrangige Militärvertreter heute vor einem Kongressausschuss. Das zentrale Ergebnis der Anhörung: Es gibt keinen konkreten Plan, wie der Krieg beendet werden soll. Dafür präsentierte das Pentagon eine klare Forderung: mehr Geld.
Bei der heutigen Sitzung des House Armed Services Committee erklärte Kriegsminister Pete Hegseth, General Dan Caine und der Armeerechnungsprüfer Jules Hurst, warum eine Aufstockung des Pentagon-Etats auf 1,5 Billionen Dollar bis 2027 aus ihrer Sicht sicherheitsrelevant sei. Bereits 2026 hatte das Militärbudget erstmals die Billionenmarke überschritten – doch Hegseth betonte, weitere 500 Millionen Dollar pro Jahr seien nötig, um eine „tödliche Arsenal der Freiheit“ aufzubauen. Dies solle sowohl militärische Überlegenheit als auch den „US-Wirtschaftsmotor“ antreiben.
Repräsentant Mike Rogers (R-AL), Vorsitzender des Ausschusses, rechtfertigte den Antrag mit einem Verweis auf die globale Bedrohungslage. China habe sein Verteidigungsbudget um sieben Prozent erhöht, und auch andere Gegner würden einen größeren Anteil ihres BIP in Militär investieren. Zudem sei der US-Anteil am BIP seit dem Zweiten Weltkrieg rückläufig – obwohl die absoluten Ausgaben inflationsbereinigt heute über 400 Milliarden Dollar höher lägen als in den späten 1990ern. Dennoch reiche das aktuelle Budget nicht aus, so Rogers: „Wir haben nicht genug Munition, Schiffe, Flugzeuge und autonome Systeme, um unser Land dort zu positionieren, wo es sein muss, um Konflikte wirklich abzuschrecken.“
Die Militärführung argumentierte, die Gelder seien für die Modernisierung der Streitkräfte nötig. Hegseth verwies auf „schnelle technologische Entwicklungen“ und neue Kriegsformen wie Unterwasseroperationen, Cyberangriffe und autonome Systeme. „All diese Bereiche erfordern hohe Investitionen – es ist eine wichtige Vorauszahlung auf die Zukunft“, so der Minister.
Doch selbst die Kosten des laufenden Krieges bleiben unklar. Während das Pentagon bisher keine offizielle Schätzung vorgelegt hat, nannte Hurst erstmals eine grobe Zahl: Rund 25 Milliarden Dollar in 60 Tagen – also über 400 Millionen Dollar täglich. Unabhängige Analysten gehen von fast dem Doppelten aus. Laut Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums starben seit Beginn der US- und israelischen Angriffe Ende Februar bereits über 3.000 Menschen.
Auf die Frage, wie sich der Krieg auf die Lebenshaltungskosten in den USA auswirke, wich Hegseth aus: „Das ist eine Fangfrage.“ Mehrfach unter Druck gesetzt, konnte er keinen Plan zur Beendigung des Konflikts skizzieren. Stattdessen verwies er auf die Zerstörung iranischer Nuklearanlagen: „Die sind jetzt unter der Erde begraben. Wir mussten diesen Krieg vor 60 Tagen beginnen, weil…“ – den Satz beendete er nicht.