Der Supreme Court der USA hat mit seiner konservativen Mehrheit dem Voting Rights Act (VRA) einen schweren Schlag versetzt. Doch während Demokraten und Bürgerrechtler die Entscheidung als historischen Rückschlag betrachten, sieht die Comedy-Show „The Daily Show“ darin eine unerwartete Chance – zumindest für Hollywood.
Moderator Josh Johnson kommentierte die 6:3-Entscheidung des Gerichts in einer humorvollen, aber scharfen Analyse und erklärte, die jüngste Rechtsprechung sei „verdammt großartig“ für die Filmindustrie. Konkret ging es um ein Urteil, das die aktuelle Kongresskarte Louisianas für verfassungswidrig erklärte, weil sie zwei mehrheitlich afroamerikanische Wahlkreise vorsah. Die Richter argumentierten, dass bei der Erstellung der Karten rassische Kriterien eine zu große Rolle gespielt hätten.
Johnson kommentierte sarkastisch:
„Dank des Supreme Courts werden nun in den gesamten Südstaaten schwarze Wahlkreise ‚rassistisch‘ werden – was für die Bürgerrechte katastrophal ist, aber fantastisch für all die neuen Bürgerrechtsfilme, die wir gleich drehen werden. Aus Denzel-Washington-Sicht ist das einfach nur großartig.“
Der Moderator verwies zudem auf den historischen Kontext des VRA, der in den 1960er-Jahren als Reaktion auf massive Diskriminierung verabschiedet wurde – und heute von derselben Institution systematisch ausgehebelt werde. „Es fühlt sich an, als würden wir rückwärts gehen“, sagte Johnson. „Die Menschen aus den 60ern, die noch in Schwarz-Weiß-Fernsehen guckten, dachten: ‚Wow, dieses Land ist aber rassistisch. Wir sollten ein Gesetz dagegen erlassen.‘ Und die Leute, die dieses Gesetz heute zerstören, leben im Jahr 2024 – in 4K.“
Johnson nahm auch die konservative Argumentation aufs Korn, wonach Rassismus in den USA längst kein Problem mehr sei und der VRA daher überflüssig geworden. „Wer so denkt, versteht nicht, dass es den VRA teilweise gibt, weil es ihn gab“, erklärte er. „Das ist wie mein Onkel, der seine Medikamente absetzt, weil sein Herz angeblich nicht mehr wehtut. Und ja, es stimmt: Sein Herz schmerzt nicht mehr – weil er tot ist.“
Die satirische Analyse von „The Daily Show“ unterstreicht einmal mehr, wie sehr die aktuelle Rechtsprechung des Supreme Courts gesellschaftliche Debatten prägt – und gleichzeitig Raum für neue Erzählungen schafft. Ob als Drama, Komödie oder Historienfilm: Die jüngste Entscheidung des Gerichts könnte Hollywood tatsächlich neuen Stoff liefern.