Ein pseudonymer Forscher hat verdächtige Handelsaktivitäten einer Gruppe von Hyperliquid-Wallets aufgedeckt, die nach Ansicht einiger Krypto-Händler möglicherweise eine besondere Verbindung zu Robinhood haben. Der sogenannte „Insider“ eröffnete kurz vor der Veröffentlichung von Robinhoods Quartalszahlen eine präzise Short-Position auf die HOOD-Perpetual-Futures – Krypto-Derivate, die den Aktienkurs von Robinhood abbilden.

Nach der enttäuschenden Gewinnmeldung stürzte der Aktienkurs von Robinhood gestern Abend stark ab und belohnte die gehebelten Short-Positionen der Händler im Nachhandel. Die fraglichen Wallets enden auf die Zeichenfolgen 177D, bc7b und acf9 sowie deren mögliche „Sockpuppen“-Konten. Ihre ersten Transaktionen datieren auf den 16. Juli 2025 und haben seitdem in Krypto-Communities für Aufmerksamkeit gesorgt.

Vorwürfe: Insiderwissen oder Zufall?

Kritiker behaupten, der Händler habe im Voraus von Robinhoods Quartalszahlen gewusst und sich durch den Handel mit Krypto-Derivaten gegen die Aktie positioniert, um regulatorische Risiken eines direkten Leerverkaufs zu vermeiden. Ein Forscher veröffentlichte eine Analyse, in der er Wallets auflistete, die mit Abbuchungen von Robinhood-Konten gespeist wurden und anschließend auf Hyperliquid und MEXC vor wichtigen Ankündigungen handelten. Obwohl einige Gelder ursprünglich von Coinbase stammten, betont der Forscher die Verbindung zu Robinhood-Abhebungen und -Nachrichten, um den Verdacht eines „Insiders“ oder sogar „Mitarbeiters“ zu untermauern.

Doch Korrelation ist nicht gleich Kausalität. Die Beweiskette zwischen verdächtigen Handelsaktivitäten und der tatsächlichen Zugehörigkeit der Wallets zu einem Robinhood-Mitarbeiter bleibt dünn und spekulativ.

Robinhoods Insiderhandelsrichtlinien und aktuelle Kursentwicklung

Wie jedes börsennotierte Unternehmen unterliegt Robinhood strengen Insiderhandelsregeln, die in den SEC-Einreichungen dokumentiert sind. Diese verbieten Mitarbeitern, Vertragspartnern und Familienmitgliedern den Handel mit Unternehmenswerten auf Basis nicht öffentlicher Informationen – einschließlich Derivaten wie den HOOD-Perpetual-Futures. Dennoch hat das Unternehmen die Vorwürfe bisher nicht offiziell kommentiert.

Robinhood veröffentlichte gestern die Quartalszahlen für Q1, die unter den Erwartungen der Analysten lagen. Besonders der Rückgang der Krypto-Erlöse um 47 % im Jahresvergleich belastete den Aktienkurs. Während die Aktie im regulären Handel bei 81,55 USD schloss, stürzte sie im Nachhandel auf 74,41 USD ab – ein Minus von fast 9 %. Heute eröffnete der Kurs bei 72,30 USD, was einem Tagesverlust von 11,3 % entspricht.

Fehlende Beweise und offene Fragen

Die Kritiker haben bisher keine konkreten Beweise für ihre Behauptungen vorgelegt. Die Zuordnung der Wallets zu einem Robinhood-Mitarbeiter basiert lediglich auf einer Kette verdächtiger Ereignisse, die auch andere Erklärungen zulassen. Bislang gibt es keine offiziellen Stellungnahmen von Robinhood oder den betroffenen Plattformen.

Quelle: Protos