Zyn-Pouches sind kleine Beutel mit Nikotin, die unter die Lippe gelegt werden. Sie enthalten keine Tabakblätter, sondern synthetisches Nikotin und sind damit eine Alternative zu Zigaretten. Während Konkurrenten wie Velo oder On! ebenfalls auf dem Markt sind, dominiert Zyn den Bereich der Nikotinbeutel.

Besonders bei Erwachsenen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, erfreuen sich die Pouches wachsender Beliebtheit. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA unterstützt Nikotinbeutel, da sie im Vergleich zu Zigaretten deutlich weniger gesundheitsschädlich sind. «Nicht das Nikotin, sondern die chemischen Zusätze im Tabakrauch sind für die schweren Gesundheitsschäden verantwortlich», erklärt die FDA. Dennoch gibt es politischen Widerstand gegen die Produkte.

Politiker wie Senator Chuck Schumer (Demokraten, New York) fordern strengere Regulierung und Steuern. «Diese Beutel sind voller Probleme!», erklärte er kürzlich vor Medienvertretern. Einige Bundesstaaten haben bereits Geschmacksrichtungen verboten oder hohe Abgaben eingeführt – mit der Begründung, Jugendliche schützen zu wollen. Doch Experten halten diese Maßnahmen für kontraproduktiv.

Guy Bentley, Direktor für Verbraucherfreiheit bei der Reason Foundation, warnt: «Es ist falsch, Nikotinbeutel wie Zigaretten zu behandeln. Je teurer man ein sicheres Produkt macht, desto mehr wird das gefährlichere Produkt verkauft.» Als Beispiel nennt er Minnesota, wo eine 95-prozentige Steuer auf E-Zigaretten dazu führte, dass Raucher nicht mehr aufhörten. Stattdessen griffen sie weiter zur Zigarette.

Die Behauptung, Nikotinbeutel würden gezielt Jugendliche ansprechen, ist laut Bentley übertrieben. Laut der National Youth Tobacco Survey nutzen nur etwa 0,6 Prozent der Highschool-Schüler die Produkte regelmäßig. «Das ist eine verschwindend geringe Zahl», betont Bentley. «Es sind vor allem Erwachsene, die Nikotinbeutel verwenden – etwa sieben Millionen in den USA, Tendenz steigend. Besonders unter Rauchern, die damit auf Zigaretten verzichten, ist die Nachfrage hoch. Das ist ein positiver Trend, kein Grund zur Sorge.»

Verbote und hohe Steuern führen zudem zu unerwünschten Nebeneffekten: Sie begünstigen den Schwarzmarkt und damit verbundene Kriminalität. Bentley verweist auf Australien, wo hohe Tabaksteuern zu Brandstiftungen unter Schwarzmarkt-Händlern führten. «Die Politik sollte nicht den gleichen Fehler wie im Krieg gegen Drogen machen», mahnt er. «Warum wollen wir das bei Nikotin wiederholen?»

Auf Anfrage zur Positionierung lehnten Aktivisten-Gruppen wie die Truth Initiative ein Interview ab. Ihre Forderung nach einer «nikotinfreien Gesellschaft» bezeichnete Bentley als unrealistisch: «Eine Gesellschaft ohne Nikotin wäre genauso absurd wie eine ohne Alkohol, Glücksspiel oder Fast Food. Menschen genießen kleine Freuden – und das ist auch in Ordnung.»

Quelle: Reason