Ein US-Bundesrichter hat den Antrag von Sam Bankman-Fried, dem Gründer der zusammengebrochenen Kryptobörse FTX, auf einen neuen Prozess abgelehnt. In seiner Begründung warf Richter Lewis Kaplan dem verurteilten Betrüger vor, die knappen Ressourcen des Gerichts mit „wilden Verschwörungstheorien“ zu missbrauchen.
Bankman-Fried hatte argumentiert, dass neu entdeckte Zeugen und Beweise seine Verteidigung gestärkt hätten – hätte das Justizministerium unter Präsident Joe Biden diese nicht eingeschüchtert oder sogar falsch ausgesagt. Zudem forderte er die Abberufung von Kaplan als Richter.
Der Richter wies diese Vorwürfe in seiner schriftlichen Entscheidung zurück. Bereits 2024 hatte Kaplan Bankman-Fried zu 25 Jahren Haft verurteilt, nachdem dieser wegen „eines der größten Finanzbetrugsfälle der US-Geschichte“ für schuldig befunden wurde. Die Anklage umfasste unter anderem Betrug, Wertpapiermanipulation und Geldwäsche.
Bankman-Frieds Argumentation erinnerte laut Kaplan an einen „verzweifelten Versuch“, sich politisch neu zu erfinden – eine Strategie, die weder bei der Justiz noch bei der früheren Trump-Administration auf Akzeptanz stieß. Der Richter betonte, dass bereits ein Berufungsverfahren in einem anderen Gericht anhängig sei.
Die Staatsanwaltschaft hatte Bankman-Frieds Betrugssystem als systematisch und rücksichtslos beschrieben. Die Staatsanwälte warfen ihm vor, Kunden und Investoren um Milliarden Dollar geprellt zu haben, indem er Gelder von FTX für riskante Spekulationen und persönliche Ausgaben zweckentfremdete.
Bankman-Frieds Anwaltsteam hatte versucht, die Verurteilung mit dem Argument anzufechten, dass die Geschworenen durch die mediale Vorverurteilung beeinflusst worden seien. Kaplan wies dies jedoch zurück und bestätigte die Rechtmäßigkeit des Verfahrens.