Washington, D.C. – Vor über einem Jahrhundert markierte der 13. Mai 1912 einen Meilenstein in der Demokratiegeschichte der Vereinigten Staaten: Das Repräsentantenhaus stimmte für die Verabschiedung des 17. Zusatzartikels zur US-Verfassung.

Bereits einen Monat zuvor, am 12. April 1912, hatte der Senat dem historischen Gesetzesentwurf zugestimmt. Damit wurde der Weg für eine direkte Wahl der US-Senatoren durch die Bevölkerung geebnet – eine Reform, die bis dahin von den Bundesstaaten vorgenommen wurde.

Der Zusatzartikel, der später als 17. Zusatzartikel in die Verfassung aufgenommen wurde, trat nach seiner Ratifizierung durch die Bundesstaaten im Jahr 1913 in Kraft. Er ersetzte den ursprünglichen Artikel 1, Abschnitt 3 der Verfassung und führte die direkte Volkswahl der Senatoren ein.

Diese Reform stärkte die demokratische Legitimität des Senats und reduzierte den Einfluss der Bundesstaatenregierungen auf die Zusammensetzung der zweiten Kammer des Kongresses. Bis dahin wurden die Senatoren von den Legislativen der Einzelstaaten gewählt, was oft zu politischen Machtkämpfen und Verzögerungen führte.

Der 17. Zusatzartikel bleibt bis heute ein zentrales Element des US-Wahlsystems und unterstreicht die Bedeutung der direkten Bürgerbeteiligung an der politischen Willensbildung.

Quelle: Reason